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Unternehmensservice

AI Act - Grundlagen und Tipps für Unternehmen

KI spielt für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen eine zentrale Rolle. Wir informieren über Grundlagen der EU-Verordnung zur Regulierung von KI und geben Tipps für Events und Anlaufstellen für Unternehmen rund um KI.

Mit dem AI Act hat die EU eine Verordnung herausgebracht, um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu regulieren. Damit sollen

  • einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.
  • als vertrauenswürdig geltende, sichere KI gefördert werden.
  • vor risikobehafteter KI geschützt werden.

Entsprechend müssen sich viele Unternehmen mit dem neuen Regelwerk zu Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Wir arbeiten einige Aspekte der KI-Verordnung heraus, die jetzt besonders wichtig zu wissen sind.

Grundlagen zum AI-Act

Hochrisiko-KI

Generell gilt: Je höher das Risiko, das von einem KI-System ausgeht, desto strenger sind die Regeln.

In der Klasse der Hochrisiko-KI werden grundsätzlich zwei Gruppen unterschieden:

  1. produktbezogene KI:
    Def.: Die KI selbst ist ein Produkt, das nach europäischer Produktregulierung einer Konformitätsbewertung durch Dritte unterliegt oder
    KI ist ein Sicherheitsbauteil eines Produkts.

    -> KI wird im Zusammenhang mit einem Produkt verwendet und bewertet.
    Beispiele: Maschinen, Medizintechnik, Aufzüge, Flugzeuge

    !! Handelt es sich um ein risikobehaftetes Produkt, das nach EU-Produktregulierung einer Konformitätsbewertung durch Dritte unterliegt, kann damit im Zusammenhang verwendete KI schnell zur Hochrisiko-KI werden.
    (Art.6, Abs.1, Anhang I)

  2. einsatzbezogene KI:
    Def.: Die KI dient einem bestimmten Verwendungszweck, unabhängig vom physischen Produkt. Bewertung je nach Anwendungsfall.
    Beispiel: Software

    !! Als Anwendung mit hohem Risiko gilt der Einsatz von KI in der kritischen Infrastruktur, im Personalmanagement, in Bildungseinrichtungen, bei Strafverfolgung, Biometrik ect.
    Mögliche Ausnahme: Die KI nimmt keinen Einfluss auf die menschliche Entscheidungsfindung.
    (Art.6, Abs. 2, Anhang III)
KI-Klassifizierung nach AI Act der EU. Darstellung: Wirtschaftsförderung Wuppertal

Akteure & Pflichten

Mit dem AiAct zur Regulierung von KI-Systemen in der EU gehen viele Auflagen und Pflichten einher, die Akteure bei der Entwicklung und Verbreitung von Künstlicher Intelligenz erfüllen müssen. Es gilt: je höher das Risiko einer KI, desto strenger die Anforderungen.

Besonders Anbieter und Betreiber von KI-Systemen sind davon betroffen. 

Anbieter: 
Anbieter entwickeln ein KI-System bzw. lassen es entwickeln. Sie bringen es unter eigenem Namen oder als Handelsmarke in Verkehr oder nehmen es in Betrieb. 

Aber Achtung: Auch Dritte wie Händler oder Importeure von Nicht-EU-Produkten können unfreiwillig zu Anbietern von Hochrisiko-KI werden, wenn...

  • sie an Hochrisiko-KI wesentliche Änderungen vornehmen.
  • eine geringer eingestufte KI durch Änderung des Verwendungszwecks zur Hochrisiko-KI wird. 

Bei Hochrisiko-KI-Systemen müssen Anbieter strenge Anforderungen einhalten (Kapitel III, Abschnitt II, Artikel 8-15):

  • Risikomanagementsystem
  • Daten & Daten-Governance
  • Technische Dokumentation
  • Aufzeichnungspflichten
  • Transparenz/ Infos für Betreiber
  • Menschliche Aufsicht
  • Genauigkeit, Robustheit, Cybersicherheit

Dazu kommen noch folgende Pflichten (Kapitel III, Abschnitt III, Artikel 17-21):

  • Kontaktdatenangabe
  • Qualitätsmanagementsystem
  • Aufbewahrungspflichten
  • Konformitätsbewertungsverfahren
  • CE-Kennzeichnung
  • Registrierungspflicht
  • Nachweise für Behörden
  • Barrierefreiheit

Betreiber
Betreiber müssen von Hochrisiko-KI-Systemen müssen mittels technischer und organisatorischer Maßnahmen sicherstellen, dass KI-Systeme gemäß Gebrauchsanweisung verwendet werden. Dazu gehören folgende Pflichten (Kapitel III, Abschnitt III, Artikel 26):

  • Menschliche Aufsicht
  • Qualitätskontrolle der Eingabedaten
  • Betriebskontrolle/ Risikomeldung
  • Protokollaufbewahrungspflicht
  • Kompetenzvermittlung an Mitarbeitende
  • Kooperation mit Behörden 

Termine
Bis 2030 folgen weitere Regularien für spezielle KI-Klassifizierungen und Anwendungsfälle. 

08/2025
Regeln für GPAI Models;
Nationale Aufsichtsstruktur

08/2026
Regeln für einsatzbezogene Hochrisiko-KI
Vorschriften für KI mit begrenztem Risiko

08/2027
Regeln für produktbezogene Hochrisiko-KI
Regeln für GPAI-Models, die vor 08/2025 auf den Markt gekommen sind

08/2030
Regeln für Hochrisiko-KI im öffentlichen Sektor

Kompetenzplattform KI.NRW

Monika Löber von KI.NRW stellt die Kompetenzplattform vor.

Die Kompetenzplattform KI.NRW ist die zentrale, digitale Anlaufstelle des Landes für Themen rund um Künstliche Intelligenz. Betrieben wird sie vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS. Ziel von KI.NRW ist, das KI-Ökosystem in NRW sichtbar zu machen. Dazu gehört die Vernetzung von Akteuren ebenso wie der Wissenstransfer von der Forschung in die Wirtschaft.

Für Unternehmen hat die Kompetenzplattform ein breites Angebot geschaffen, zum Beispiel um KI-Anwendungen zu verstehen, Einsatzbereiche im Betrieb kennenzulernen und Mitarbeitende zu schulen.

Angebote auf der Kompetenzplattform KI.NRW, u.a.:

  • Welten.KI.NRW: Von Projektmanagement über Automatisierung der Produktion bis zum marketing-Content – die Anwendung zeigt, wo und wie KI im Unternehmen kosten- und ressourceneffizient eingesetzt werden kann.
  • KI.Showroom: Ein KI-Tool zur bildbasierten Qualitätskontrolle oder zur Prüfung von übersetzten Dokumenten – am besten ist es, diese Lösungen selbst zu testen. Dafür wurden extra #KI-Anwendungen entwickelt, die als „Demonstratoren“ verfügbar sind.
  • KI.Landkarte: Die digitale Karte verortet KI-Unternehmen und Einrichtungen aus #NRW, damit Sie Anbieter in Ihrer Nähe finden.
  • KI.Sprechstunde: Die Expert*innen von KI.NRW bieten individuelle Sprechstunden für Unternehmen an, die Gesprächsbedarf zum KI-Einstieg haben.
  • AI.Shadowing: KMU können Expert*innen von KI.NRW zu sich ins Unternehmen holen. Gemeinsam werden Einsatzmöglichkeiten von KI im betrieb geprüft und Use Cases für die Umsetzung vorbereitet. Als eintägiger Workshop ist das Angebot sogar kostenfrei.
  • KI.Expertenpool: Sie suchen KI-Expert*innen, Kooperationspartner für KI-Projekte oder Speaker für Veranstaltungen? Die Kompetenzplattform hilft Ihnen bei der Vernetzung.

Darüber hinaus finden Sie auf der Plattform Infos zum KI-Verordnung der EU, Best Practice Beispiele aus Unternehmen und KI-Projekte aus NRW.

KI.NRW

Kompetenzplattform

Qualifizierung & Weiterbildung

Die Technische Akademie Wuppertal TAW bietet Weiterbildung rund um KI.

Durch den Ai Act sind Arbeitgeber*innen seit Februar 2025 dazu verpflichtet ihre Beschäftigten, die KI-Anwendungen nutzen, entsprechend zu schulen. Das gilt für Unternehmen, die nach der KI-Verordnung der EU unter die Akteursgruppen Anbieter oder Betreiber von KI-Systemen fallen. Sie müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende über die nötige Kompetenz im Umgang mit KI verfügen. 

KI-Kompetenz umfasst laut AI Act folgendes (𝘈𝘳𝘵.3, 𝘈𝘣𝘴𝘢𝘵𝘻 56):

  • Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis zur sachgerechten Anwendung
  • Bewusstsein über Chancen und Risiken von KI

Entsprechende Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote gibt es von verschiedenen Stellen. Eine Anbieterin in Wuppertal ist die TAW, die Technische Akademie Wuppertal. 

Die TAW ist seit 1948 auf die Weiterbildung von Fachkräften spezialisiert. Sie gehört schon lange zum Bildungswerk der Bergischen IHK und seit rund drei Jahren hat die Technische Akademie Wuppertal auch den Status als An-Institut der Bergischen Universität Wuppertal.
Die TAW bietet Unternehmen ein breites Spektrum rund ums Thema KI, mit besonderem Fokus auf Planung und Integration von KI-Anwendungen im Betrieb:

  • Seminare, z.B. KI im HR Management, KI zur Prozessoptimierung im Einkauf
  • Lehrgänge, z.B. zum/zur KI-Managerin oder KI-Tool Expert
  • Inhouse-Veranstaltungen, z.B. Sensibilisierung im Team, Use Cases, Strategieentwicklung

Programm der TAW

KI-Weiterbildung

Von der Forschung in die Industrie

KI aus der Forschung in die Praxis bringen? Dafür ist das TMDT an der Bergischen Universität Wuppertal ein wichtiger Partner. Das Institut für Technologien und Management der Digitalen Transformation (TMDT) bringt Künstliche Intelligenz gezielt in industrielle Anwendungen. Über 30 Forschende entwickeln datenbasierte Methoden, die Produktionsprozesse intelligenter, effizienter und verlässlicher machen – von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme.

Ein Schwerpunkt liegt im Bereich Industrial Deep Learning – darunter fallen Themen wie:

  • virtuelle Inspektionen
  • sensorbasierte Zustandsüberwachung
  • intelligente Planung und Prozessauslegung

Anwendungsfelder sind z. B. vernetzte Mobilität, Karosseriebau, Kunststoffspritzguss, Lagerlogistik oder Anlagenkonfiguration. Für Praxispartner – u. a. namhafte Unternehmen aus dem Automotive-Sektor – entstehen dabei KI-basierte Lösungen wie etwa zur automatisierten Qualitätskontrolle in der Produktion.

Welche Projekte werden zum Beispiel umgesetzt?

  1. REVEAL (Öffnet in einem neuen Tab) – ressourcenschonende Elastomerproduktion:
    In der Fertigung von Silikondichtungen sorgt ein KI-gestütztes System für automatisierte Inline-Qualitätskontrolle. Multimodale Modelle erkennen komplexe Fehlermuster frühzeitig und übersetzen die Ergebnisse in transparente Handlungsempfehlungen für die Bedienenden. Das Ziel: weniger Ausschuss, geringerer Ressourceneinsatz und Prozessstabilität. 
    (Laufzeit bis 2028, Fördervolumen <2,3 Mio. EUR)

  2. LAIserWeld (Öffnet in einem neuen Tab) – KI für präziseres Kunststoffschweißen:
    Beim Laserdurchstrahlschweißen werden Kunststoffe dauerhaft verbunden. Bisher erfolgt die Qualitätsprüfung oft stichprobenartig und zerstörend – mit hohen Kosten bei Fehlern. LAIserWeld entwickelt einen virtuellen Temperatursensor und ein kamerabasiertes Prüfverfahren, um die Schweißnahtqualität in Echtzeit zu bewerten. Die KI fusioniert Wärmebilder, Kameradaten und Prozessparameter und liefert so die Basis für eine intelligentere Prozessregelung.
    (Laufzeit bis 2028, Fördervolumen <2,1Mio. EUR)

Wie profitiert die Industrie von der Arbeit des TMDT?
Das TMDT ist ein starker Partner für den Transfer:

  • anwendungsnahe Forschung mit hohem Praxisbezug
  • Zusammenarbeit z. B. über geförderte Projekte, Abschlussarbeiten oder Business Contracts
  • Begleitung des gesamten Entwicklungswegs – von der Machbarkeitsstudie über Prototypen bis zur Implementierung

Zum TMDT

Veranstaltungen & Termine

25.09.: Coffee & Connect
Zurzeit sprechen wir viel über Regularien und die Eindämmung von Risiken. Dabei bietet der Einsatz der Technologie auch viele Chancen für Unternehmen. Aber wie kann der gewinnbringende Einsatz von KI im Betrieb aussehen? Und wie geht man es am besten an? Hierzu können der Austausch mit anderen Unternehmen, Wissensinput von Fachleuten und anschauliche Best Practice Beispiele hilfreich sein. All das bietet die Technische Akademie Wuppertal TAW beim Netzwerktreffen Coffee & Connect zum Thema 
„𝗪𝗲𝘁𝘁𝗯𝗲𝘄𝗲𝗿𝗯𝘀𝘃𝗼𝗿𝘁𝗲𝗶𝗹 𝗞𝗜 – 𝗜𝗻𝗻𝗼𝘃𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝗳ü𝗿 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻“

25. September 2025
13.30 – 18.00 Uhr
TAW. Die Akademie – Wuppertal
Hubertusallee 18
42117 Wuppertal

Zur Anmeldung (Öffnet in einem neuen Tab)- und Führungskräfte. Die Teilnahme ist kostenlos. Jedoch sind die Plätze begrenzt, sodass eine Anmeldung erforderlich ist.


01.10.: KI.NRW Forum
Das Kompetenzzentrum des Landes KI.NRW lädt am 01. Oktober zum Wissenstransfer ein. Im Zentrum der Tagung steht die Frage, wie KI Unternehmen gezielt und nachhaltig stärken kann. Und wie länderübergreifend ein ›European Way of Applied AI‹ definiert werden kann, um wettbewerbsfähige KI-Lösungen aus und für Europa kooperativ voranzubringen. Neben Impulsvorträgen diverser Expert*innen gibt es eine Exponate-Area, in der es KI zum Eintauchen und Ausprobieren gibt. 

KI.NRW-Jahrestagung
01.10.2025
Design Offices Bonn
Bundeskanzlerplatz 2D, 53113 Bonn

Anmeldung ab Mitte August (Öffnet in einem neuen Tab)

Weitere Anlaufstellen für KI-Themen

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Wirtschaftsförderung Wuppertal
  • Wirtschaftsförderung Wuppertal
  • Wirtschaftsförderung Wuppertal

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