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14.09.2020 09:29

Chinesen lernen die Automotivregion Bergisches Land digital kennenlernen

Das China Competence Center der Wirtschaftsförderung Wuppertal setzt in der Corona-Krise verstärkt auf digitales Standort-Marketing.

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Eine Stunde lang referierte der Leiter des China Competence Centers (CCC) über die Vorzüge des Wirtschaftsstandortes Wuppertal und die Automobilbranche im Bergischen Land und in NRW. Über 140 interessierte Zuschauer verfolgten den Vortrag. Danach gab es Applaus und einen regen Austausch.

Allerdings handelte es sich nicht um eine Präsenzveranstaltung. Gerade der Kontakt zu ausländischen Wirtschaftspartnern ist während der Corona-Krise schwierig zu halten. "Delegationsreisen und Mitarbeiteraustausch-Programme sind seit Monaten nicht möglich. Und wird es auch bis auf unbestimmte Zeit erstmal nicht geben", erklärt Hanno Rademacher. "Wir müssen andere Kanäle nutzen, um potenzielle Partner aus China für den Standort Wuppertal und das Bergische Land zu begeistern". Deshalb fokussiert das CCC sich derzeit verstärkt auf digitale Kanäle.


Mobilität der Zukunft ist ein großes Thema - auch in China

Auf Einladung des Repräsentanzbüros NRW.Invest in der chinesischen Stadt Chengdu präsentierte Rademacher die Wuppertaler Wirtschaft von der Geschichte der Frühindustrialisierung bis hin zur heutigen Branchenstruktur, aktuellen Mobilitätskonzepten der Wuppertaler Stadtwerke und der Bergischen Universität.

Besonderer Schwerpunkt lag auf der Automobilzuliefererindustrie im Bergischen Land. Dabei stellte Hanno Rademacher auch verschiedene Projekte und Clusterinitiativen der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) vor. Beispielhaft sind hier das Clustermanagement auf Landesebene automotiveland.nrw oder die verschiedenen Projekte des Reallabors Bergisch.Smart.Mobility, die sich mit der Mobilität der Zukunft beschäftigen. Als Initiator des ersten Deutsch-Chinesischen Automobilkongresses legte das CCC auch besonderen Wert auf die Vorstellung von Kooperationsprojekten zwischen hiesigen Zulieferern und chinesischen Autobauer.  

Die Reaktionen aus dem chinesischen Publikum - vornehmlich leitende Angestellte von Unternehmen, des Cluster-Managements sowie der öffentlichen Verwaltung auf Kommunal- und Provinzebene - waren durchweg positiv.

Chinesische Unternehmen aus der Automobilbranche stehen vor derselben Situation wie deutsche Unternehmen: Der Strukturwandel und neue Formen der Mobilität sind große Herausforderungen, bieten aber auch Chancen. Und auch in China spürt der Markt den Strukturwandel und den Anpassungsdruck an technologische Trends. Chancen könnten sich hier speziell für deutsche Zulieferer bieten, da chinesische Erstausrüster derzeit verstärkt neue qualitativ hochwertige Zulieferer suchen.


Weitere Veranstaltungen geplant

Hanno Rademacher zieht eine positive Bilanz seines digitalen Auftritts: "Die Teilnehmer haben großes Interesse an weiteren B2B-Formaten und Matchmakings signalisiert. Besonders das Interesse an den Themen E-Mobilität und Elektrofahrzeugteile ist groß". Im Nachgang habe es bereits einige Kontaktanfragen von chinesischer Seite gegeben.

Die Übertragung des Online-Vortrags wurde von allen NRW.Invest-Büros in China unterstützt, wie Guangzhou, Shanghai, Beijing oder Nanjing. Dank der guten Resonanz sind weitere Follow-Up Meetings mit Beteiligung weiterer Wirtschaftsakteure aus dem Bergischen Land geplant.