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23.06.2020 11:37

Ein profitalber Raum für Ideen

Das Technologie- und Gründerzentrum W-tec unterstützt seit 1992 Unternehmen und Start-ups bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Dabei hat es sich selbst wirtschaftlich gut entwickelt. Seit 15 Jahren steht das W-tec finanziell auf eigenen Beinen. Und kommt aktuell auch solide durch die Corona-Krise.

Dr. Martin Hebler und sein Team kümmern sich um rund 260 Unternehmen, die in fünf ehemaligen Kasernengebäuden auf den Wuppertaler Südhöhen sitzen. © WiFö

Das W-tec vermietet voll ausgestattete Büroräume, Labore und sogar Werkshallen an kleine Unternehmer und Gründer. © W-tec

Auf der Gesellschafterversammlung des W-tec konnte Geschäftsführer Dr. Martin Hebler positive Nachrichten verkünden. Das Technologie- und Gründerzentrum auf den Wuppertaler Südhöhen erzielte im letzten Jahr wieder einen Gewinn. Damit setzt sich der wirtschaftliche Aufwärtstrend fort.

Dass sich die Einrichtung finanziell selber trägt ist gar nicht so selbstverständlich. Viele vergleichbare Gründerzentren in Deutschland sind von einer öffentlichen Förderung abhängig. Das W-tec dagegen benötigt schon seit 15 Jahren keine Zuschüsse mehr von der Stadt. Grund dafür sind eine klare Erfolgsstrategie und ein starkes Netzwerk im Hintergrund.

Wachstum als Erfolgsfaktor

Vor 28 Jahren wurde das W-tec unter Beteiligung der Stadt Wuppertal und privaten Unternehmen gegründet. Die Idee dahinter: Alle kleinen Unternehmen und Gründer sollen unter den gleichen professionellen Bedingungen arbeiten können wie große Firmen. Das W-tec vermietet Büros, Labore und Konferenzräume inklusiver technischer Ausstattung. Dazu gibt es ein breites Serviceangebot von der Gründungsberatung über Workshops bis hin zum Car-Sharing. Das W-tec ist also nicht nur ein Vermieter, sondern vielmehr ein Dienstleister, der die ansässigen Unternehmen begleitet.

Anfang der 2000er zog das W-tec von der Müngstener Straße in die Kasernengebäude in der Lise-Meitner-Straße. Die vermietbare Fläche wurde dabei deutlich vergrößert und schließlich mit der Expansion in die Heinz-Fangmann-Straße auf gut 22.000 Quadratmeter ausgeweitet. Damit ist das W-tec eines der größten Technologiezentren in Deutschland. „Man braucht einfach eine gewisse Größe, um die Strukturen zu refinanzieren“, weiß Martin Hebler. Und das funktioniert.

Hohe Auslastung trotz Corona

Über 260 Unternehmen sitzen aktuell im W-tec, das damit gut ausgelastet ist. Selbst die Corona-Krise hat daran kaum etwas geändert. „Vor Corona lag die Auslastung bei 99 Prozent. Jetzt liegen wir bei 96 Prozent“, so Hebler. Der kleine Abschwung liege aber nicht nur an der wirtschaftlich schwierigen Situation, sondern auch an vorher geplanten Auszügen. Nun habe man wieder „etwas mehr Luft“. Denn die Nachfrage nach Räumen sei hoch. Trotzdem verspricht der Geschäftsführer: „Die kleinen Firmen und Start-ups bekommen wir alle unter.“

Von der Geschäftsidee zur Umsetzung: Das W-tec als Beschleuniger

Besonders Neugründer sollen in Zukunft noch effektiver gefördert werden. Dazu will das W-tec die Rolle eines sogenannten Accelerators („Beschleuniger“) einnehmen. Dessen Aufgabe ist es, die Umsetzung von Geschäftsideen voranzutreiben indem intensiv Starthilfe geleistet wird. Zum Beispiel durch die Vergabe kleiner Kredite, Fördermittelberatung und Hilfe bei der Vernetzung.

„Wuppertal hat eine gute, bodenständige Gründerszene“, meint Hebler. „Sie sind sehr motiviert und bereit auch ohne viel Startkapital, aber dafür mit viel Arbeitseinsatz, ihre Ideen umzusetzen“. Durch die Co-Finanzierungsmöglichkeiten des Accelerators kann das Wachstum der Start-ups noch einmal beschleunigt werden.

Die Großen engagieren sich für die Kleinen

Unterstützung kommt auch von Seiten der großen Unternehmen. Unter den privaten Gesellschaftern und im Förderverein Technologiezentrum Wuppertal e.V. tummeln sich bekannte Namen aus der lokalen Wirtschaft. „Viele familiengeführte Traditionsunternehmen haben eine lange Verbindung zu Wuppertal“, erklärt Martin Hebler. „Sie wissen, dass neue Unternehmen und frische Ideen dem Standort guttun. Und wenn es dem Standort gut geht, geht es auch den großen Unternehmen gut“.

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