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18.09.2019 08:15

Formteile, Software, Textilien und Recycling – Bunter Branchenmix bei Wuppertal 24h live

Vierzig entdeckungsfreudige Wuppertalerinnen und Wuppertaler gingen zusammen mit der Wirtschaftsförderung auf große Unternehmenstour bei Wuppertal 24h live. Dabei öffneten ganz verschiedene Firmen ihre Tore: vom produzierenden Gewerbe bis zum Einzelhandel war alles dabei.

Wuppertal 24h live: Vier spannende Stationen warteten auf die Teilenehmerinnen und Teilnehmer der Bustour, die auch in diesem Jahr wieder von der Wirtschaftsförderung organisiert wurde. Den Anfang machte die ILS Speth GmbH.

Der Duft von Holz liegt in der Luft: Bei der GESA gGmbH schauten die Teilnehmer hinter die Kulissen des Holz-Energierhofes…

… und des Recyclinghofes: hier werden defekte Waschmaschinen auseinandergenommen und wieder zu einem funktionierenden Gerät zusammengesetzt.

Was bedeutet eigentlich Qualität? Die Experten der Babtec Informationssysteme GmbH erklärten es den Besucherinnen und Besuchern.

Jede Menge Stoff zum Anfassen: Bei Primark hatten die Gäste den ganzen Laden für sich alleine und durften auch ins Lager oder die Aufenthaltsräume blicken.

Die große Rundfahrt begann pünktlich. Der vollbesetzte Bus von Meinhardt Reisen brachte die gespannte Reisegruppe zu ihrer ersten Station. Die ILS Speth GmbH öffnete für die Gäste ihre Produktionshalle. Und da drin war es ganz schön laut. Kein Wunder, denn hier kommen große Maschinen zum Einsatz.
Die ILS Speth GmbH gehört zur EMKA-Gruppe, dem Weltmarktführer für Beschlagteile. Seit über 40 Jahren produziert das Unternehmen Verschlüsse, Scharniere, Dichtungen und Zubehör. Die Beschlagteile kommen in ganz verschiedenen Situationen zum Einsatz: vom herkömmlichen Briefkasten-Schloss bis zu Hochsicherheits-Türen in Banken. 10 eigene Produktionsstätten hat die EMKA-Gruppe weltweit. Im Wuppertaler Werk werden Guss- und Formteile produziert. Vor allem Zinkdruckguss und Zerspanung sind hier die üblichen Fertigungstechniken. Im Wuppertaler Werk konnten die Gäste zusehen, wie die fertigen Teile aus der Maschine fallen.

Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen, wurde die zweite Station angefahren. Die Gruppe bekam einen ausführlichen Einblick in zwei Nachhaltigkeitsprojekte der GESA gGmbH. Als erstes Projekt präsentierte die GESA gGmbH ihren Holzenergiehof. Als große Baumstämme kommt das Holz auf den Hof. Es wird anschließend zerkleinert und getrocknet, bis der Kunde bestes Brennholz erwerben kann. Und davon gibt es bei der GESA reichlich. Bis unters Hallendach stapeln sich die Holzscheide. Aber wo kommt das ganze Holz eigentlich her? Wie wird es weiterverarbeitet? Wie lange braucht es bis es trocken ist? All diese Fragen wurden beantwortet. Dabei durften die Besucher auch einen Blick in den Trocknungsofen werfen.
Bei der GESA gGmbH, die sich als „modernes Sozialunternehmen“ präsentierte, gab es aber noch viel mehr zu sehen. Das zweite Nachhaltigkeitsprojekt ist ein Kampf gegen den Elektroschrott. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GESA gGmbH nehmen alte, weggeworfene Geräte auseinander und sortieren aus, welche Teile wiederverwendet werden können und welche nicht. So entsteht zum Beispiel aus fünf defekten Waschmaschinen wieder eine neue. Im letzten Jahr kamen rund 11.000 Kühlschränke, 11.000 Monitore und Fernseher sowie 60.000 Leuchtstoffröhren bei der GESA gGmbH an. Mit ihren Projekten tut die GESA gGmbH aber nicht nur der Umwelt etwas Gutes. Als Arbeitgeber für Menschen, die es schwer haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, leistet sie einen wichtigen sozialen Beitrag.

Beeindruckt von soviel Engagement fuhren die Gäste erwartungsvoll zur dritten Station. Wohl kaum einer hatte im Vorfeld Ahnung davon, was eine Software-Firma für Qualitätsmanagement eigentlich genau macht. Aber die Experten der Babtec Informationssysteme GmbH sorgten für Aufklärung: Wie kann man mit einer Software Qualität überwachen? Und was sieht ein Babtec-Kunde überhaupt auf seinem PC? Auch, dass Babtec 1500 Kunden in 27 Ländern weltweit hat, darunter bekannte Marken wie Coroplast, Melitta oder Fielmann, wussten die wenigsten. Angefangen bei Automotive über Luxusuhren bis hin zu Dialyse-Geräten gibt es kaum ein Produkt, dessen Herstellungsprozess nicht von der Qualitätsmanagement-Software von Babtec profitiert. Nach einer Führung durch das Unternehmen, waren sich alle Besucher einig, dass der Abend dank der Babtec Informationssysteme GmbH noch eine ganze Menge an Qualität dazugewonnen hat.

Erwartungsvoll ging es zur letzten Station auf der Bustour. Und darauf waren viele besonders gespannt, denn mit Primark öffnete sich ein Unternehmen, das zwar viele kannten und auch schon bei diversen Shopping-Trips besucht haben. Aber hinter die Kulissen des Textil-Riesen dürfen in der Regel die wenigsten einen Blick werfen. Nach Ladenschluss hatten die 40 Mitreisenden den ganzen Laden für sich alleine – auch das war wahrscheinlich ein einzigartiger Moment. Denn seit Primark im April 2019 seine Filiale in Elberfeld eröffnet hat, wurden schon mehr als 600.000 Kundinnen und Kunden gezählt. Hinzu kommen noch 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Standort Wuppertal tätig sind. T-Shirts, Jeans, Kleider, Schuhe. Für Damen, Herren und Kinder. Primark steht für Kleidung, klar. Aber was gibt es eigentlich noch außer der Ladenfläche? Was passiert im Hintergrund? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bustour durften exklusiv die Bereiche einsehen, die sonst nur für das Primark-Team zugänglich sind: Warenannahme, Lager, Aufenthaltsräume. Und auch einige Betriebsgeheimnisse wurden verraten: Was macht die Primark-Produkte so günstig? Welches Konzept steckt hinter dem Aufbau des Ladenfläche? Manch ein Besucher sieht die Ladenkette nun vielleicht aus einem etwas anderen Blickwinkel.

Am späten Abend kehrte der Bus zum Ausgangspunkt an der Historischen Stadthalle zurück. An Bord saßen nun zufriedene, aber von den vielen Eindrücken und Informationen auch erschöpfte Reisende. Metall-Betrieb, Reycling- und Holzenergiehof, Software-Unternehmen und Textil-Händler: Vier höchst unterschiedliche Unternehmen haben für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bustour ihre Tore und Türen geöffnet. Und sie haben damit wieder einmal gezeigt, wie vielfältig die Wuppertaler Wirtschaft ist.