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22.10.2019 11:40

Gewässerschutz: Chinesischer Gast beim Vorbild Wuppertal

Das Kooperationsabkommen im Bereich Wasserwirtschaft zwischen Wuppertal und dessen chinesischer Freundschaftsstadt Dongguan nimmt Fahrt auf.

Ingenieur Zhuliang Huang sieht sich die Arbeit des Wupperverbandes und der WSW an. © Zhuliang Huang

Christian Massing von den WSW bei seinem Expertenvortrag während des Workshops zum Gewässerschutz in Dongguan/ China. © C³

Vertreter der Wuppertaler Wasserwirtschaft mit Regierungschef Liang aus Dongguan © C³

Seit September haben der Wupperverband, die WSW und das China Competence Center (C³) der Wirtschaftsförderung Besuch aus Dongguan. Der leitende technische Ingenieur Zhuliang Huang verbringt im Rahmen eines Austauschprogramms drei Monate in Wuppertal. Während seines Besuchs werden mögliche Kooperationspunkte zur Entwicklung und Modernisierung des Abwassersystems in Dongguan näher ausgelotet. Im vergangenen Monat sah Zhuliang Huang sich auf seiner ersten Station beim Wupperverband unter anderem die Kläranlage und die Schlammverbrennung in Buchenhofen an sowie einige Talsperren und Gewässerprojekte. Im Oktober besucht der Gast aus China die Wuppertaler Stadtwerke. Hier stehen speziell die Bereiche des städtisches Kanalnetzsystems sowie die Trennung von Regen- und Abwasser auf der Agenda. Letzte Station auf Huangs Reise ist das China Competence Center. Hier werden Gespräche zur Projekt- und Strategieentwicklung geführt.

Wuppertaler Experten sind gefragt

Das Kooperationsabkommen im Bereich Wasserwirtschaft zwischen den WSW, dem Wupperverband und der Stadt Dongguan wurde im Herbst 2018 geschlossen. Es zielt auf eine Zusammenarbeit beim Umweltschutz und einer nachhaltigen Wasserwirtschaft ab. Hintergrund ist die rasante städtische Entwicklung Chinas in den letzten Jahrzehnten, was zu einer hohen Luft- und Wasserverschmutzung in weiten Teilen des Landes führte. Nun setzt Dongguan auf das Know-how der Wuppertaler Experten. Das ganzheitliche Flussmanagement des Wupperverbandes gilt als Paradebeispiel für den erfolgreichen Gewässerschutz in einer industriell geprägten Region.

Im Mai reiste bereits eine Wuppertaler Delegation nach Dongguan, um sich vor Ort ein Bild über die Trinkwassergewinnung und Abwasserbehandlung zu machen und in gemeinsamen Workshops Anknüpfungspunkte zu finden. Unterstützt wurden die Experten durch Hanno Rademacher vom C³, der die Bedeutung des Projektes betont: „Umwelt- und Wasserschutz sind globale Herausforderungen. Wir entwickeln im Rahmen der kommunalen Partnerschaft mit Dongguan entsprechende internationale Lösungsansätze. Wir sind froh, dass der Wupperverband und die Stadtwerke Wuppertal das von Dongguan initiierte Kooperationsprojekt mitentwickeln.“

2020 soll mit der Umsetzung begonnen werden

Speziell bei der Planung und Modernisierung des Entwässerungssystems in Dongguan sowie beim Bau einer zentralen Klärschlammverbrennungsanlage könnten die Wuppertaler Experten ihr Wissen einbringen. Zhuliang Huang erstellt während seines Aufenthalts in Wuppertal einen Katalog mit konkreten Kooperationsvorschlägen, den er mit nach Dongguan nimmt. „Im nächsten Jahr wird die Kooperation auf Arbeitsebene beginnen. Über die genauen Details werden gerade intensive Verhandlungen geführt“, verrät Hanno Rademacher. Für 2020 ist bereits ein mehrmonatiger Gegenbesuch geplant.  

Seit vier Jahren sind Wuppertal und Dongguan offizielle Freundschaftsstädte. Die Kooperation im Bereich Wasserwirtschaft wurde während eines Delegationsbesuches von Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig in Spiel gebracht. Unterstützt wird das Kooperationsprojekt durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global GmbH. Diese wiederum wird durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Länder Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz finanziell gefördert.