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08.07.2019 11:45

Neues vom BOB Campus: Zukunfts-Ideen, BOB-Botschafter und ein Blick zurück

Vor dem Baustart luden die Verantwortlichen des Bob Campus´ noch einmal sämtliche Nachbarn und Interessierte zu einer Ideenwerkstatt ein. Anschließend gab es eine künstlerisch inszenierte Führung durch die alte Fabrik.

Die Verantwortlichen des BOB Campus´ haben Nachbarn und Interessierte zur Ideenwerkstatt eingeladen.

Wie könnte das Leben und Arbeiten auf dem BOB Campus in Zukunft aussehen?

Die Besucher diskutierten anhand eines Modells, wo welche gewerbliche Nutzung stattfinden könnte.

In großer Runde wurden hinterher die Ergebnisse vorgestellt.

Die Organisatoren und alle Helfer waren sehr zufrieden mit dem Tag.

Die Menschen von Anfang an miteinbeziehen – das ist der Anspruch der Montag Stiftung und allen anderen Mitwirkenden, die die alte Bünger-Fabrik in den neuen BOB Campus verwandeln. Auf dem Gelände in Wichlinghausen entsteht ein bunter Mix aus Wohnen, Gewerbe, Bildung und Kultur. Es soll vor allem ein Ort des Miteinanders werden, an dem die Leute gerne zusammenkommen. Bis es soweit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Denn die Bauphase hat noch gar nicht begonnen. Trotzdem trafen sich viele am Projekt Interessierte aus Wuppertal und der Region, um schonmal Visionen zu teilen, wie der BOB Campus später mit Leben gefüllt werden könnte.

 

Blick nach vorn

Eine Gemeinschaftswerkstatt, Räume für die Musikschule oder vielleicht eine 3D-Druckanlage für den gewerblichen Teil des Bob Campus´? Bienenstöcke im Park, selbst angebautes Obst und Gemüse und dazu noch eine Boule-Bahn? Die Teilnehmer der Praxiswerkstatt konnten ihren Ideen zu den Themen Gewerbe, Wohnen, Außenanlagen, Schule und KiTa freien Lauf lassen. Auch der Vorschlag, neben der Gemeinschaftsküche eine Kindertafel einzurichten, kam gut an. „Viele Kinder aus dem Quartier müssen ohne Frühstück zur Schule gehen“, erzählte Johanna Debik von der Montag Stiftung, die den Vorschlag gerne aufnahm. Ihr ist es wichtig, die Menschen in das Projekt miteinzubeziehen. „Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen. Die Menschen hier sollen sich als Teil des Projektes fühlen. Das Projekt wird nämlich nur dann gut funktionieren, wenn es IHR Projekt ist“, erklärt Johanna Debik. Zu sehen, wie die Leute sich bei der Praxiswerkstatt einbringen, sei einfach „großartig“.

 

Engagierte Ehrenamtliche als BOB-Botschafter

Um noch mehr Menschen vom BOB Campus zu begeistern, gibt es nun BOB-Botschafter. „Ziel ist, die Vielfalt aus Oberbarmen und Wichlinghausen in das Projekt mitaufzunehmen. Denn der BOB-Campus ist für alle da. Nicht nur die, die neu hierherziehen und vielleicht ihr Büro hier aufmachen, sondern auch für die Einheimischen“, erklärt Robert Ambrée von der Urbanen Nachbarschaft BOB gGmbH. Dabei helfen Ehrenamtliche, die das Projekt in ihrem Umkreis bekannter machen sollen. Bislang gibt es drei Botschafter. Samar Arar-Al-Refaei ist Eine davon. „Unsere Aufgabe ist es, die Interessen der Nachbarn zu vertreten, die Integration zu fördern und Hemmschwellen abzubauen“, so Samar Arar-Al-Refaei. Sie arbeitet an einer Grundschule in der Nachbarschaft, weshalb Sie im Viertel bekannt ist. Die Organisatoren haben sie einfach angesprochen, ob sie nicht BOB-Botschafterin werden wolle. Nach kurzem Überlegen hat sie sich dafür entschieden. Denn Samar Arar-Al-Refai weiß, dass der Stadtteil einen schwierigen Ruf hat. Sie will helfen, etwas dagegen zu tun. „Wir wollen die Menschen aus ihrem Häusern locken“. Durch Veranstaltungen wie gemeinsames Kochen, Bewerbungstrainings oder Selbstverteidigungskurse sollen vor allem Jugendliche angesprochen werden.

 

Blick zurück

Nach so viel Ideenaustausch und Input wurden die Besucher natürlich noch belohnt. Und zwar mit einer exklusiven Führung durch die Fabrik, die extra dafür „wiederbelebt“ wurde. Die „Agentur für besondere Maßnahmen“ setzte die alten Gemäuer zusammen mit der „Mobilen Oase“ künstlerisch in Szene. Stilecht wurden den Besuchern Haarnetze, Schuhüberzieher und Eintrittsbändchen verpasst. Die Führung durch die Fabrik wurde von Musik, Tanz und Maschinen-Geräuschen untermalt. Bänder, Gürtel und Quasten, die damals produziert wurden, wurden ausgestellt. Ehemalige Mitarbeiter erzählten von ihrer Arbeit in der alten Bandweberei. So bekamen die Besucher einen Eindruck von der Glanzzeit und dem Niedergang der Bünger-Fabrik. Doch für wehmütige Gedanken an die gute alte Zeit war an diesem Tag kein Platz. Schließlich wird mit Hochdruck und viel Engagement daran gearbeitet, das Gelände wiederzubeleben. Die ersten Mieter sollen bereits Ende nächsten Jahres einziehen.

Wie es ist, wenn der BOB-Campus mit Leben gefüllt ist, davon kann man sich schon vorher ein Bild machen. Zum Beispiel beim BOB LAB. In der Woche ab dem 23. September finden dort kostenlose Workshops rund ums Handwerk statt, wie Siebdruck, Lampenbau, oder Weben und textile Gestaltung.