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07.06.2019 11:30

Wuppertal wünscht sich Kooperationen zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen

Die guten Beziehungen weiter vertiefen, um in Zukunft noch besser voneinander zu profitieren – diesen Wunsch äußerten sowohl die Wuppertaler Politik und die Wirtschaftsförderung als auch die Vertreter aus Dongguan. Beim zweitägigen Besuch der chinesischen Delegation trafen sich aber nicht nur offizielle Vertreter beider Städte. Auch Jungunternehmer kamen zum direkten Austausch zusammen.

Die Wirtschaftsvertreter aus Dongguan stellten ihre Stadt in der Technischen Akademie Wuppertal vor. Unter den Gästen waren deutsche und chinesische Jungunternehmer.

Empfang der China-Delegation im Rathaus.

Seit 2013 pflegt Wuppertal eine Städtekooperation mit Dongguan, einer Stadt mit mehr als acht Millionen Einwohnern im Südosten Chinas. Dazu gehört ein regelmäßiger Austausch zwischen den Städten. Auch in Form von gegenseitigen Besuchen. Nun waren chinesische Vertreter aus Politik und Wirtschaft für zwei Tage zu Gast im Tal. Man ist sich einig, dass insbesondere die wirtschaftlichen Beziehungen weiter vertieft werden sollen. Auch, um dem Kooperationsabkommen gerecht zu werden, das beide Städte im letzten Jahr unterzeichneten. Dieses sieht speziell in den Bereichen Wirtschaft, berufliche Bildung, Umweltschutz, Kultur und Tourismus eine tiefere Zusammenarbeit vor.

Netzwerke für Kleinunternehmer schaffen

Die Vertreter aus Dongguan sehen besonders in den Wirtschaftsfeldern Automotive, Gesundheit und Umwelt Potenzial für eine zukünftige Kooperation. Zudem wurde der Wunsch geäußert, den personellen Austausch zwischen Unternehmen aus Wuppertal und Dongguan zu intensivieren. Auf wirtschaftlicher Ebene könnten die beiden Städte sich gut ergänzen, so der chinesische Delegationsleiter LUO Zahoqun.

Aus Wuppertaler Sicht ist es nun an der Zeit für den nächsten Schritt. Nach der gegenseitigen Kennenlernphase sollen konkrete Projekte erarbeitet werden, um die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und deutschen Unternehmen zu fördern. Gerade für kleine Unternehmer aus Wuppertal sei es schwierig, sich ein Standbein auf dem chinesischen Markt aufzubauen, so Dr. Rolf Volmerig von der Wirtschaftsförderung. Grund dafür seien, neben der Sprachbarriere, auch organisatorische und rechtliche Fragen, wie zum Beispiel fehlende Kenntnisse über das chinesische Steuersystem. Die Unternehmen brauchen ein Netzwerk, das bei solchen Themen Hilfestellungen leistet. Die Wirtschaftsförderung schlug vor, Unternehmerpaare aus China und Deutschland zusammenzubringen, um feste Partner zu etablieren, die sich gegenseitig bei der Erschließung eines neuen Marktes unterstützen könnten. Das China Competence Center C³ und das chinesische Pendant zur Wirtschaftsförderung könnten helfen, potentielle Partner zusammenzuführen.

Die erste Gelegenheit dazu bot sich noch am selben Abend. Mit nach Wuppertal reisten auch zehn Jungunternehmer aus Dongguan. In einem B2B-Matchmaking hatten die chinesischen und deutschen Jungunternehmer die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen und sich über gemeinsame Geschäftsfelder auszutauschen. „Die Unternehmer direkt miteinander ins Gespräch zu bringen ist unser wichtigstes Anliegen. Wir vom C³ sehen uns als Brückenbauer und helfen gerne dabei, den Kontakt zwischen Unternehmen herzustellen“, bestätigt Hanno Rademacher, der den Austausch organisiert hat. „Es war eine gelungene Veranstaltung. Ich habe viel positives Feedback sowohl von den Wirtschaftsjunioren auf deutscher Seite als auch von den Unternehmern auf chinesischer Seite bekommen“.

Und vielleicht gibt es schon ein baldiges Wiedersehen mit den Vertretern aus Dongguan. Die Delegation kündigte an, dass ein chinesisches Kamerateam einen Film über Wuppertal drehen wolle. Die Stadt Wuppertal lud die Vertreter zudem zum Engelsjahr 2020 ein.