Sie befinden sich hier

24.05.2019 13:42

Wuppertaler Wasserwirtschaft bei Expertenworkshop in China

Experten der Wuppertaler Stadtwerke und des Wupperverbandes reisten für eine Woche in die chinesische Partnerstadt Dongguan. Das China Competence Center (C³) hatte gemeinsam mit Institutionen vor Ort einen Intensiv-Workshop zu den Themen Gewässerschutz und Abwasserbehandlung organisiert. Dabei wurde auch über mögliche Kooperationen gesprochen.

Dr. Volker Erbe, Jens Ante, Hanno Rademacher vom C³, Claudia Fischer, Direktor Luo, Dr. Gerd Kolisch und Christian Massing. ©Volker Erbe

Inspizierung einer Kläranlage in Dongguan. ©Volker Erbe

Verschmutzung von offenen Gewässern in Dongguan. ©Volker Erbe

Präsentation von Claudia Fischer (WSW) beim Abschlussworkshop. ©C³

Dichter Smog in den Straßen und Menschen mit Atemschutzmasken vor dem Gesicht – solche Bilder  kennt man aus China. Nun will die Regierung etwas gegen die hohe Luft- und Wasserverschmutzung in weiten Teilen des Landes tun. Mit Umweltschutzgesetzen und entsprechenden Maßnahmenkatalogen soll die Qualität von Luft, Wasser und Böden nachhaltig verbessert werden. Das gilt auch für das Perflussdelta im Südosten Chinas, in dessen Einzugsgebiet Wuppertals Partnerstadt Dongguan und der Fluss Dongjiang liegen.

 

Wuppertaler Expertise in Dongguan gefragt

Die Stadt Wuppertal hat in den Zeiten der Industrialisierung selbst Erfahrungen mit verschmutzten Gewässern machen müssen. Zur Lösung dieser Probleme wurde der Wupperverband ins Leben gerufen. Mit dem Konzept eines ganzheitlichen Flussgebietsmanagements, von der Quelle der Wupper im Bergischen Land bis zur Mündung in den Rhein, konnte die Wasserqualität stark verbessert werden. In der Tochtergesellschaft WiW mbH und in den Stadtwerken verfügt man über Expertise bei der Errichtung von Trennwassersystemen, moderner Abwasseraufbereitung und wirksamen Konzepten zur Renaturierung von Gewässern. Von der Erfahrung der Wuppertaler Experten möchte man in Dongguan lernen. Und so machte sich ein Wuppertaler Kompetenzteam auf den Weg nach China. Dazu gehörten Vertreter der WSW Energie & Wasser AG, des Wupperverbandes sowie der WiW mbH.

 

Workshop dient Identifikation von Kooperationspotentialen

Gefördert wurde die Reise im Rahmen des SKEW-Programms der Engagement Global GmbH  im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Zudem wurde ein fünftägiger Workshop von Hanno Rademacher, Projektleiter des C³, organisiert. Dazu wurden Gesprächsthemen identifiziert und Ortsbesuche vorbereitet. Neben intensiven Gesprächen standen an zwei Tagen Besuche verschiedener Stadtteile auf dem Programm. Bei Besichtigungen von Kläranlagen, Wasserwerken, Flussabschnitten sowie Wasserschutz- und Renaturierungsprojekten konnten sich die Wuppertaler Wasserexperten ein ausführliches Bild von der Situation vor Ort machen. 

„In einigen Bereichen ist man hier schon sehr weit. Andererseits gibt es hier auch noch viel Stückwerk. Und mit ganzheitlichen Konzepten zum Flussgebietsmanagement kann Dongguan sicherlich noch einen großen Schritt nach vorne machen“, so Dr. Volker Erbe vom Wupperverband.

 

Stetiger Austausch geplant

Am Ende der Reise stand auf beiden Seiten fest, dass man die Gespräche fortführen möchte. Von zentraler Bedeutung für den Gewässerschutz in Dongguan ist die Einführung und der Ausbau eines Trennwassersystems in der städtischen Entwässerung. Ein zweites wichtiges Thema ist der Umgang mit Klärschlamm. Auf Dauer muss auch in Dongguan und den Nachbarstädten ein ganzheitliches Flussgebietsmanagement eingeführt werden.

Es wurden feste Ansprechpartner in der Wasserwirtschaft aus beiden Städten bestimmt. Somit kann der Dialog in Zukunft weiter gestaltet werden. „Wir haben hier interessante Eindrücke bei guten Gastgebern gesammelt. Wir haben jetzt die Möglichkeit konkrete Angebote zu machen. Uns ist es prinzipiell natürlich auch wichtig einen Beitrag zum internationalen Umweltschutz zu leisten“, fasste Claudia Fischer von der WSW Energie & Wasser AG zusammen.

Denkbar wären verschiedene Formen der Kooperation. Konkrete Modelprojekte zum Gewässerschutz auf Stadtdistriktebene sind genauso möglich, wie konzeptionelle Studien und Leitfäden. Ein anderes Thema sind technische Trainings und themenspezifische Weiterbildungen.

Am 05. Juni empfängt Wuppertal im Rathaus eine Delegation aus Dongguan. Im Rahmen der Gespräche können weitere Schritte vereinbart werden.