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29.09.2017 15:04

Bergischer Unternehmertag 2017

„Bildung neu denken“ – Beispiele zukunftsweisender Konzepte aus der Region lautete das Thema des Bergischen Unternehmertages 2017. Rund 350 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft konnte die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände (VBU®) in der Historischen Stadthalle Wuppertal begrüßen. Die Tagung wird alle zwei Jahre von der VBU® in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber-Verband von Remscheid und Umgebung durchgeführt.

Autor: VBU vom 29.09.17

oben von links: Dr. Marcus Jankowski, Dr. Klaus-Peter Starke, Prof. Dr. Wolfgang Kleinebrink, Dieter Schruff sowie unten von links: Christian Klauder, Jörg H. Iseke, Frank R. Witte, Gabriele Döbler, Rolf A. Königs, Gunar Rusack. Fotos: VBU

Impulsredner Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Der Bergische Unternehmertag stellte insbesondere die berufliche Bildung in den Fokus. Angesichts der Tatsache, dass Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich von den Kompetenzen der Menschen in den Unternehmen abhängen, sind Reformen unseres Bildungssystems notwendig und unerlässlich, um die schulische, die berufliche und die hochschulische Bildung sowie die Weiterbildung zukunftsfähig zu machen. Hier muss die Bildung - insbesondere wegen der rasanten Umbrüche in vielen Gebieten - Schritt halten. Unternehmen und Bildungseinrichtungen finden hierbei immer öfter zueinander, um gemeinsam neue Wege zu beschreiten.

„Bildung muss heute schnell auf veränderte Anforderungen reagieren. Der sich verschärfende Fachkräftemangel und das geänderte Berufswahlverhalten junger Menschen zwingen zum Handeln. Innovative und kreative Lösungen zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung sind jetzt gefragt. Unsere Beispiele haben gezeigt, wie eine pragmatische und zielorientierte Zusammenarbeit zwischen Bildungsanbietern und Wirtschaft erfolgreich funktionieren kann.“ betonte der Vorsitzende der VBU®, Rolf A. Königs.

Professor Dr. Julian Nida-Rümelin führte als Impulsredner in die Thematik ein. Er hat sich intensiv mit der Krise beruflicher und akademischer Ausbildung beschäftigt. Seine These ist, dass sich ein Bildungssystem an der Vielfalt von Begabungen, Interessen, Berufs- und Lebenswegen und an den Bedingungen der Lebenswelt orientieren muss. Er empfiehlt zudem mehr Bildungsstolz, mehr Selbstgewissheit und mehr Zukunftsvertrauen, nicht nur Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. Berufsbildung und Hochschulbildung dürften allerdings nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern stehen nebeneinander und sollen als gleichberechtigt wahrgenommen werden.

Vorgestellt wurden drei Praxisbeispiele aus der Region:

Berufskolleg Hückeswagen – Privatschule Bergischer Unternehmen gGmbH
Duales Abitur: Erwerb Abitur/Fachabitur und IHK-Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau kombiniert. Ausbildung zum Industriemechaniker/-in / Zerspanungsmechaniker/-in inklusive Fachabitur in drei Jahren und im vierten Jahr Abitur.

Campus Velbert/Heiligenhaus (CVH) der Hochschule Bochum
Praxis und Studium für die Region. Kooperatives Ingenieurstudium (KIS): Während des Studiums werden zwei Tage pro Woche in einem Kooperationsunternehmen verbracht. Enge Abstimmung mit regionalen Unternehmen.

Textilakademie NRW gGmbH
Gründung einer privaten Aus- und Weiterbildungsakademie der Textil- und Bekleidungsindustrie auf dem Campus der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Bündelung der Berufsschulausbildung in einer von der Branche getragenen Berufsschule für NRW und Nordwestdeutschland. Weiterbildung in enger Kooperation mit der Hochschule Niederrhein.