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12.07.2017 14:17

IHK-Gründerreport: Gutes Klima für Selbstständige in NRW

Zwar beklagt fast jeder zweite Gründer im neuen IHK-Gründerreport den „bürokratischen Aufwand“ beim Schritt in die Selbstständigkeit, doch 70 Prozent würden einem guten Freund empfehlen, sich ebenfalls selbstständig zu machen.

Grafik: IHL Wuppertal-Solingen-Remscheid

Insgesamt bescheinigen die Gründer dem Land ein gutes Gründungsklima. Das ist das wichtigste Ergebnis der ersten umfassenden Untersuchung zur Situation von Existenzgründern, für die mehr als 550 Gründer ausführlich Rede und Antwort standen. „Das ist für uns von enormer Wichtigkeit, denn wir brauchen das wirtschaftliche Potenzial junger Unternehmen für die Zukunft unseres Landes“, betont Thomas Meyer, Präsident der Bergischen IHK und Vizepräsident von IHK NRW.

Befragt wurden Existenzgründer, die sich im ersten Halbjahr 2016 in NRW selbstständig gemacht hatten. Die Teilnehmer beantworteten einen umfangreichen Fragebogen und ermöglichten somit erstmals einen statistisch auswertbaren Einblick in die persönliche Gesamtsituation von Unternehmensgründern. Mit knapp 50 Prozent bewegt sich der Großteil der Gründerinnen und Gründer in der Altersstufe zwischen 35 und 55 Jahren. In der Mehrzahl entscheiden sich erfahrene Fachkräfte zum Schritt in die Selbstständigkeit, Jeder Zweite gründet aus einem Beschäftigungsverhältnis heraus. Haben sich die Gründer einmal entschieden, gehen die Vorbereitungen relativ schnell: Gut 70 Prozent der Befragten brauchten dafür nach eigenen Angaben weniger als sechs Monate. Nur 22 Prozent der Befragten nahmen eine Gründungsberatung in Anspruch, was überraschend wenig ist. „Hier müssen wir auch als IHKs noch mehr Aufklärungsarbeit leisten. Eine intensive Gründungsberatung ist ein wesentlicher Grundstein für die Erfolgschancen einer Gründungsidee“, so Thomas Meyer.

Die meisten befragten Gründer starten mit relativ wenig Kapital. Mehr als die Hälfte setzte weniger als 5.000 Euro ein, nur knapp acht Prozent investierten mehr als 100.000 Euro. Mehr als drei Viertel verwendeten dabei ausschließlich eigenes Geld. Bei den meisten Befragten reichte das Eigenkapital. Immerhin  bei jedem dritten Gründer (31 Prozent) verlief der Weg in die Selbstständigkeit ohne Schwierigkeiten. 44 Prozent beklagten den bürokratischen Aufwand, 29 Prozent die komplexe Steuergesetzgebung.

Über die Hälfte kommt nach einem Jahr der Selbstständigkeit mit ihren Einnahmen über die Runden. Weitere 28 Prozent erwarten dies spätestens in einem halben Jahr; lediglich knapp 17 Prozent sehen noch kein Licht am Ende des Tunnels. „Dies zeigt, dass die Mehrheit der Gründer mit ihrem Schritt in die Selbstständigkeit Erfolg hat“, sagt Thomas Meyer. „Aber die vergleichsweise hohe Zahl derjenigen, bei denen die neue Existenz nicht zur Deckung der Lebenshaltungskosten reicht, zeigt auch die Risiken.“

 

IHK-Gründerreport zum Download