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30.03.2017 14:06

Neuer Glanz für Industriedenkmal in Wuppertal-Elberfeld

Krefelder Unternehmen investiert 2,2 Mio. Euro in ehemaliges Fabrikantenhaus und Fabrikgebäude

Autor: PM renaissance vom 30.03.17

Fotos: renaissance AG

Die Straße Bornberg im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld, genauer gesagt im Stadtbezirk Uellendahl-Katernberg, ist bekannt für ein ganz spezielles Industriegebäude: Die Fabrikanlage von Rudolf Wiemer. Die Krefelder „renaissance Immobilien und Beteiligungen AG“ kaufte den unter Denkmalschutz stehenden Komplex mitten im Gewerbegebiet mit seinen rund 1600 Quadratmeter Fläche im November 2016. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 2,2 Millionen Euro, voraussichtlicher Sanierungs- und Baubeginn ist im Sommer 2017. Die Nutzung wird auf die zukünftigen Mieter angepasst, erste Verhandlungen mit Interessenten werden bereits geführt. Planung und Abstimmung mit den Baubehörden und dem Denkmalamt laufen bereits. Die Stadt Wuppertal, Ressort Stadtentwicklung und Städtebau, freut sich über das Sanierungsvorhaben. Denn nach Jahren des Stillstands wird das Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt. Das Konzept der Brachflächenreaktivierung als Instrument der Stadterhaltung und nachhaltiger Innenentwicklung greift hier. Ausschlaggebend für den Kauf war laut Christian Baierl, Vorstand des Krefelder Immobilienunternehmens, zunächst die Begeisterung für die Architektur und die Historie der Gebäude.

Typisch für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist die Fassade mit ihren markanten Rundbogenfenstern. Mit repräsen-tativem Anspruch wird um 1897 diese Straßenfassade in dem Gründerzeitareal gestaltet. Als Bautypus eines Fabrikgebäudes ist das Objekt ein Zeugnis für die Arbeits- und Produktionsverhältnisse um 1900. Damit war auch für das Wuppertaler Denkmalamt eine Erhaltung von öffentlichem Interesse.
Daneben, Hausnummer 95, befindet sich das dreigeschossige, spätgründer-zeitliche ehemalige Wohnhaus des Unternehmers Rudolf Wiemer, das 1904 errichtet wird. Hier fallen die beiden mittleren Fenster besonders ins Auge, die florale Jugendstilkomponenten und Köpfe mit Flügelhelmen zieren. Diese Schmuckelemente und die Attribute der geflügelten Helme weisen ganz bewusst auf die Herkunft des Bau-herrn als Kaufmann und Fabrikant hin, die gezielt nach außen zur Schau gestellt wird. Das Treppenhaus mit den originalen Bodenfliesen im Erdgeschoss ist im Wesentlichen noch erhalten, ebenso teilweise Deckenstuck.

Erfahrung haben die Krefelder bereits in Wuppertal gesammelt, denn seit April 2014 sind sie mit einem Büro in der Stadt vertreten und haben bereits über 7,6 Millio-nen Euro in 250 leerstehende Wohnungen investiert. Auch auf die Verschönerung von Fassaden legen sie wert, denn sie wollen dazu beitragen, die Stadt auch optisch wieder ansehnlicher zu machen. Christian Baierl: „In der Immobiliensprache ist Wuppertal eine sogenannte B-Stadt, also nicht so hochpreisig wie München, Hamburg oder Frankfurt. Viele Investoren haben mittlerweile B-Städte für sich als lukrative Rendite-Objekte erkannt. Denn ein relativ geringer Kaufpreis in Relation zu wirklich sehr teuren Städten bedeutet gleichzeitig auch eine hohe Rendite für sie. Was bei der momentanen schlechten Verzinsung bei den Banken begehrt ist. Das ist wiederum gut für unser Unternehmen. Denn wir brauchen Geld und damit Investoren, um in Wuppertal und seine wunderschönen Gebäude investieren zu können, das tut wiederum der Stadt und den Mietern gut. Für uns zählt Wuppertal zu den sogenannten „hidden Champions“. Das ist als Win-Win-Situation zu sehen und zugleich eine echte Chance für die B-Städte wie Wuppertal mit seinen rund 360.000 Einwohnern und fast 200.000 Wohnungen. Denn wir arbeiten vorzugsweise mit regionalen und ansässigen Handwerksunternehmen zusammen, so werden Arbeitsplätze vor Ort gesichert. Das ist auch Teil des langjährigen Unternehmenskonzeptes.“