Wenn in Wuppertal das internationale Jahrestreffen der Kreislaufwirtschaft stattfindet, richtet sich die Aufmerksamkeit einer ganzen Branche auf die Bergische Metropole. Das Circular Valley Forum 2025 brachte mehr als 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen – von Spitzenmanagerinnen und Ministerinnen bis hin zu Start-up-Teams aus aller Welt. Unter dem Motto „Action across Borders and Industries“ stand ein zentrales Thema im Mittelpunkt: Wie gelingt die zirkuläre Transformation in Zeiten globaler Unsicherheiten?
Bereits in der Eröffnungsrede machte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur deutlich, dass Kreislaufwirtschaft weit mehr ist als ein ökologisches Leitbild. Sie sei „der Schlüssel, um unsere Wirtschaft resilient und zukunftsfähig zu machen“. In einer Videobotschaft betonte auch Bundesumweltminister Carsten Schneider, dass Fortschritte nur im Schulterschluss möglich seien: „Kreislaufwirtschaft funktioniert nur, wenn Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam arbeiten.“
Diese Haltung zog sich spürbar durch das Programm des Tages. In Panels diskutierten Branchenvertreter*innen aus Metall- und Chemieindustrie, Bauwirtschaft, Digitalbranche und Energiesektor, wie zirkuläre Wertschöpfung in der Praxis vorangebracht werden kann. Unter den vertretenen Unternehmen: Vorwerk, Bayer und Gebrüder Becker – starke Akteure, die den Wirtschaftsstandort Wuppertal bereits heute prägen.
Europäische Kooperation wird ausgebaut
Ein besonderes Signal für die zukünftige Zusammenarbeit setzte die feierliche Unterzeichnung einer neuen trilateralen Erklärung zwischen NRW, Flandern und den Niederlanden. Damit bekräftigten drei europäische Kernregionen ihre gemeinsame Verantwortung für die Transformation zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft. Damit wird ein Wirtschaftsraum weiter vernetzt, in dem Innovation, Industrie und Forschung besonders eng zusammenliegen – ein entscheidender Vorteil für die Umsetzung zirkulärer Prozesse.
Wie vielfältig die Ansätze der Kreislaufwirtschaft heute sind, zeigten auch die 14 Start-ups des aktuellen Circular Economy Accelerators. Die Teams präsentierten in der Historischen Stadthalle ihre Lösungen – von neuartigen Recyclingtechnologien über digitale Anwendungen zur Transparenzsteigerung bis hin zu klimafreundlichen Industrieverfahren. Seit 2021 haben bereits über 140 junge Unternehmen vom Accelerator profitiert.



