Nur rund 12.000 Unternehmen haben 2024 bundesweit die Forschungszulage (Öffnet in einem neuen Tab) beantragt – obwohl jedes steuerpflichtige Unternehmen in Deutschland einen Rechtsanspruch darauf hat. Dieses Beispiel zeigt: Viele Firmen lassen wertvolle Innovationspotenziale ungenutzt, weil Wissen über Fördermöglichkeiten fehlt oder Verfahren als zu aufwändig gelten.
Wie Förderprogramme tatsächlich funktionieren und welche Strategien Unternehmen in der Transformation stärken, darüber informierten sich rund 40 Gäste bei der gemeinsamen Veranstaltung der Wirtschaftsförderung Wuppertal, der ZENIT GmbH und dem Spezialkabelwerk Muckenhaupt & Nusselt GmbH.
In ihrer Begrüßung machte Eva Platz, Vorständin der Wirtschaftsförderung Wuppertal, deutlich, warum gezielte Förderung gerade jetzt entscheidend ist:
„In Zeiten der Transformation sind Investitionen in Innovationen schwierig zu stemmen – aber für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit wichtiger denn je. Förderprogramme bieten hier wertvolle Unterstützung.“
Die Wirtschaftsförderung verwies zudem auf ihr eigenes Unterstützungsangebot: Necla Gündüz, Projektmanagerin Fördermittel, begleitet Unternehmen bei der Recherche passender Programme und im Antragsprozess.
ZENIT zeigt, wo Potenziale liegen
Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer der ZENIT GmbH, stellte die Innovations- und Europaagentur des Landes NRW vor. Seit 1984 begleitet ZENIT mittelständische Unternehmen bei Innovations-, Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsprojekten.
ZENIT beschäftigt heute 65 Expertinnen und Experten, die sich unter anderem Themen wie Künstliche Intelligenz, Kreislaufwirtschaft, ökologische Transformation und Fachkräfteentwicklung widmen.
Zentral war seine Botschaft:
- Basisleistungen der ZENIT GmbH wie Orientierungsberatungen sind für Unternehmen in der Regel kostenfrei.
- Förderberatung umfasst weit mehr als das Thema Zuschüsse – sie schafft Struktur und unterstützt die strategische Weiterentwicklung.
Einblicke von MUCKENHAUPT & NUSSELT
Als Praxisbeispiel berichtete Christian Muckenhaupt, geschäftsführender Gesellschafter des Spezialkabelwerks MUCKENHAUPT & NUSSEL (Öffnet in einem neuen Tab)T, wie ein mittelständisches Produktionsunternehmen von Förderinstrumenten profitiert.
Der 1926 gegründete Betrieb mit heute 110 Beschäftigten fertigt hochspezialisierte Kabel u.a. für Automatisierung, Robotik, Erneuerbare Energien oder Agrartechnik.
„Merken Sie sich ein Merkmal unserer Kabel: Flexibilität“, so Muckenhaupt.
Die Vielzahl kundenspezifischer Entwicklungen macht Förderprogramme zu Innovationen wie die Forschungszulage besonders interessant.
Das Unternehmen hat bereits positive Erfahrungen mit Programmen wie PIUS-Check, Ökoprofit, Potenzialberatung, Next Level Learning (Beck & Consorten) und bergisch.kompetenz (Neue Effizienz GmbH) gesammelt.
Aktuell plant das Unternehmen, am Landesprogramm Zukunft.Invest teilzunehmen – mit Fokus auf Recycling, einem wichtigen Zukunftsthema im Betrieb.
Für interessierte Gäste bot Christian Muckenhaupt anschließend eine Führung durch die Produktion, die anschaulich zeigte, welche Arbeitsschritte in der Kabelproduktion stecken.
Forschungszulage: Ein unterschätztes Förderinstrument
Wie Unternehmen steuerlich von Forschungs- und Entwicklungsprojekten profitieren können, erläuterte André Küsters, Leiter Business Development und Fördermittelberater bei ZENIT. Er machte deutlich, dass die Forschungszulage (seit 2020) eines der zugänglichsten Förderinstrumente für Unternehmen ist:
- Rechtsanspruch für alle steuerpflichtigen Unternehmen in Deutschland
- Keine Branchen- oder Themeneinschränkungen
- Kein Wettbewerbsverfahren
- Rückwirkende Förderung bestehender Projekte bis zu vier Jahre
Küsters machte deutlich: „Die Forschungszulage gibt Planungssicherheit, weil sie kein Programm, sondern ein Gesetz ist.“
Gleichzeitig sei sie bislang wenig genutzt – ein umso größerer Anreiz für Unternehmen, sich mit diesem Instrument zu beschäftigen.
Aktuelle Eckdaten der Forschungszulage:
- Fördersatz für KMU: 35 %
- Bemessungsgrundlage bis zu 10 Mio. Euro pro Jahr
- Förderfähig sind u. a.:
Personalkosten interner FuE-Projekte
eigene Forschungsarbeiten
externe FuE-Aufwendungen (zu 70 %)
ausgewählte Wirtschaftsgüter
So sind bis zu 3,5 Mio. Euro Zulage pro Jahr für kleine und mittlere Unternehmen drin. Und auch Startups können davon profitieren.
Ab 2026 wird die Forschungszulage sogar noch attraktiver:
Ein pauschaler 20%-Zuschlag auf förderfähige Kosten erhöht die mögliche jährliche Förderung für KMU. So könnten statt 70 EUR/Stunde bis zu 100 EUR/Stunde auf Arbeitskosten angerechnet werden. Damit sind dann bis zu 4,2 Mio. Euro Förderung möglich.
Die Beantragung erfolgt komplett digital mit bewusst kurz gehaltenen Projektbeschreibungen über die Bescheinigungsstelle (Öffnet in einem neuen Tab).
Wer mehr über die Forschungszulage erfahren möchte kann sich gerne an die ZENIT GmbH (Öffnet in einem neuen Tab) oder die Wirtschaftsförderung Wuppertal wenden.
Ihre Ansprechpartnerin bei uns ist
Frau Necla Gündüz
guenduezwf-wuppertalde
Tel.: 0202 24 807 13



