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Aktuelles | 22.09.2025

50 Jahre Sicherheitstechnik an BUW

Mit dem „Wuppertaler Sicherheitstag 2025“ feierte die Bergische Universität Wuppertal am vergangenen Donnerstag das 50-jährige Bestehen des Fachs Sicherheitstechnik mit bundesweit einmaligem Studiengang.

50 Jahre Sicherheitstechnik an der Bergischen Uni Wuppertal: Der einzigartige Studiengang feiert Jubiläum.

eit seiner Gründung im Jahr 1975 hat sich das Fach zu einer anerkannten Größe entwickelt – und liefert wichtige Lösungen für die steigenden Herausforderungen moderner Technik- und Arbeitswelten. Damit das auch in Zukunft so bleibt, legen die Verantwortlichen großen Wert auf die Nachwuchsförderung. Für den Bachelorstudiengang Sicherheitstechnik sind bis zum Semesterbeginn im Oktober auch noch Bewerbungen möglich.

Sicherheitstechnik in Wuppertal ist ein Fach mit einzigartigem Profil. „In dieser Breite und Interdisziplinarität wird Sicherheitstechnik in Deutschland nur in Wuppertal gelehrt und beforscht“, berichtet Prof. Dr. Stefan Bracke, der an der Uni Wuppertal den Lehrstuhl für Zuverlässigkeitstechnik und Risikoanalytik leitet. „Ein Juwel“, betont er weiter, „das es in Zeiten mir unverständlicher Einsparmaßnahmen im Bereich Bildung zu schützen gilt.“ Was er damit meint, darüber klärte er am Donnerstag auch beim Wuppertaler Sicherheitstag auf, mit dem das Fach gemeinsam mit 150 Gästen vor Ort sowie 100 im Livestream zugeschalteten Teilnehmer*innen das 50. Jubiläum feierte. Bracke: „Wir haben in Deutschland keine Rohstoffe, die uns Wohlstand ermöglichen, aber wir haben engagierte und wissbegierige, junge Menschen. An ihrer Ausbildung und damit unser aller Zukunft zu sparen, ist nicht sinnvoll.“ Wandel ginge nur mit exzellentem Knowhow.

Von Innerer Sicherheit über Cyber- und Energiesicherheit bis hin zu den kleinsten Details der Produktsicherheit – die zunehmende Komplexität von Prozessen, Infrastrukturen und Technologien erfordert Expert*innen, die Risiken analysieren, bewerten und beherrschbar machen können. Genau hier setzt die Sicherheitstechnik an: Sie entwickelt Methoden und Konzepte, um Gefahren für Mensch und Umwelt zu vermeiden oder zu minimieren. „Damit leistet das Fach einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen“, betont Ralf Pieper, Professor für Sicherheits- und Qualitätsrecht. Darunter die Ziele „Hochwertige Bildung“, „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ sowie „Gesundheit und Wohlergehen“.

Überall gefragt

„Unsere Absolventinnen und Absolventen sind in allen Branchen gefragt – von Industrie und Gesundheitswesen über Forschung und Verwaltung bis hin zu Katastrophenschutz und Beratung“, so Pieper bei der Jubiläumsfeier. Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die Fachgebiete, aus denen sich die Sicherheitstechnik an der Bergischen Uni zusammensetzt: Studierende erhalten eine fundierte ingenieurwissenschaftliche Ausbildung, die technische und psychologische Grundlagen mit den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitswissenschaft, Umweltsicherheit, Verkehrssicherheit, Prozess- und Anlagensicherheit, Produktsicherheit und Qualität, abwehrender Brandschutz, Branddynamik, chemische Sicherheit, Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit, Zuverlässigkeitstechnik und Risikoanalytik, Sicherheits- und Qualitätsrecht sowie soziotechnische Systeme verbindet. „Meine Kolleginnen und Kollegen haben unter anderem Chemie, Medizin, Physik oder auch Psychologie studiert und betreiben auf dieser Grundlage nun fundiert Sicherheitstechnik“, merkte Fakultätsdekan Prof. Dr. Eberhard Schmidt an. Das mache die Sicherheitstechnik in Wuppertal zu einer Querschnitts-, fast zu einer Universaldisziplin.

Dies spiegelt sich auch im Werdegang von Absolvent Ole Hans wider: 2016 begann er sein Studium in Wuppertal. Wie viele andere, wollte auch er zu Beginn in den Bereich Arbeitsschutz oder zur Feuerwehr. „Aber dadurch, dass der Studiengang so vielfältig ist, habe ich mich ausprobiert, und bin zu dem Entschluss gekommen, meinen Master im Qualitätsingenieurwesen zu machen, um danach wiederum zu merken, dass das nicht ganz das Richtige für mich ist, und ich wieder zurück zur Sicherheitstechnik bin.“ Sein umfangreiches Wissen setzt er heute für die Automobilindustrie ein. „Dieses Ausprobieren macht das Studium sehr einzigartig“, so Hans.

Forschung für die Gesellschaft

Wie fundiert dieses Rüstzeug ist, zeigten beim Jubiläumstag die Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeitenden der Sicherheitstechnik mit Einblicken in ihre Forschung – von Brandschutz und technischer Zuverlässigkeit über Arbeitssicherheit und Materialwissenschaft bis hin zu gesellschaftlichen Fragen der Sicherheit. Die insgesamt acht Beiträge waren eine Auswahl aus einem neuen Gesamtwerk zur Sicherheitstechnik. Das auf Englisch unter dem Titel „Safety Engineering – Fundamentals, Methods, Research topics“ von Prof. Bracke und Prof. Pieper herausgegebene neue Buch ist pünktlich zum Jubiläum erschienen. „Unser Ziel mit dem Tagungsband ist es, den Facettenreichtum der Sicherheitstechnik und dem, was sie anzubieten hat, darzustellen. So kamen 20 Beiträge von insgesamt 80 Autor*innen zusammen“, so Prof. Bracke.

Diese würden vor allem zeigen, dass an der Uni Wuppertal nicht nur im „stillen Kämmerlein“ geforscht wird, wie Uni-Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff in ihrem Grußwort beim Sicherheitstag betonte. Das wäre auch nicht sinnvoll für die Gesellschaft. „Die Themen der Sicherheitstechnik begegnen uns jeden Tag – sie ist dabei nicht nur Lebensretter; Sicherheitstechnik ist als Beschleuniger zu sehen, viele technische Entwicklungen wären ohne sie nicht denkbar“, so Wolff.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Wirtschaftsförderung Wuppertal

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