Eine CO₂-neutrale Green Factory – für viele Unternehmen ist dieses Ziel noch Zukunftsmusik. Doch der erste Schritt hin zu einer eigenen, nachhaltigeren Energieversorgung ist gemacht. Das zeigte die große Resonanz auf die Info-Veranstaltung „Photovoltaik auf Gewerbeflächen“: 40 Teilnehmende informierten sich im Vorwerk Innovation Center über die Chancen und Anforderungen moderner PV-Anlagen auf Gewerbeimmobilien.
In der gemeinsamen Veranstaltung von NRW.Energy4Climate, der Bergischen IHK, die Stadt Wuppertal und der Wirtschaftsförderung Wuppertal bekamen die Teilnehmenden jede Menge Input, wie Unternehmen den Einstieg in Solarstrom gestalten können – von den technischen Grundlagen bis hin zu konkreten Umsetzungsstrategien.
Aktuelle Trends im Überblick
Den Auftakt machte Carl-Georg Graf von Buquoy, der einen kompakten Überblick über Grundlagen, aktuelle Markttrends und Regulierung gab. Besonders im Fokus standen neue Leichtbausysteme, innovative Fassaden-PV und Hinweise zu den baulichen Voraussetzungen. Sein Vortrag zeigte, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten moderner PV-Technik geworden sind – und welches Einsparpotenzial sich mit einer passgenauen Anlagenplanung heben lässt.
Praxisbeispiel: PV im Produktionsbetrieb
Ein praxisnahes Beispiel lieferte das Gastgeberunternehmen Vorwerk. Dirk Zöller (Technische Leitung) und Susanne Schlicher (Gebäudemanagement) berichteten über die Errichtung und Inbetriebnahme der PV-Anlage am Standort Laaken. Dort wurden zwei Drittel der Dachfläche einer Produktionshalle mit Solarmodulen ausgestattet – unter der sich das einzige Motorenwerk der weltweiten Thermomix-Produktion befindet.
Die besondere Herausforderung: hohe Sicherheitsanforderungen und komplexe technische Rahmenbedingungen. So arbeitet Vorwerk beispielsweise mit einer über Wärme detektierenden Überwachungskamera, um potenzielle Brandentwicklungen sofort zu erkennen. Trotz aller Auflagen erzeugt die Anlage bislang rund 5 % des gesamten Stromverbrauchs am Standort Tendenz steigend: Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.
Smarte Prozesssteuerung als effektives Mittel
Als weiterer Gast erläuterte Tobias Jahn von der Alois Müller GmbH, wie ein Unternehmen mithilfe digitaler Prozessoptimierung den maximalen Nutzen aus Solarstrom ziehen kann. Die Firma aus dem Unterallgäu betreibt eine eigene Green Factory, die dank erneuerbarer Energien CO₂-neutral produziert. Entscheidend dafür ist die exakte digitale Abbildung der Stoff- und Energieströme, die für einzelne Produktionsschritte benötigt werden.
So können Abläufe flexibel an das vorhandene Solarstromangebot angepasst werden – ein Ansatz, der zeigt, wie tiefgreifend Photovoltaik in industrielle Produktionsprozesse eingebettet werden kann.
Fortsetzung in 2026
Der intensive Austausch im Anschluss an die Vorträge machte deutlich: Das Interesse an praktikablen Lösungen und klaren Orientierungshilfen ist groß. Viele Teilnehmende nutzten die Möglichkeit, individuelle Fragen direkt mit den Expertinnen und Experten zu besprechen.
Aufgrund des positiven Feedbacks ist eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe im Jahr 2026 bereits in Planung – mit dem Ziel, Unternehmen im Bergischen Städtedreieck weiterhin gezielt auf dem Weg zu einer sicheren, wirtschaftlichen und nachhaltigen Energieversorgung zu unterstützen.



