Zwei Tage voller Gespräche, neuer Kontakte und spannender Zukunftsthemen: Am 6. und 7. Mai präsentierte sich Wuppertal gemeinsam mit den bergischen Partnerstädten Solingen und Remscheid auf der polis Convention 2026. Im Mittelpunkt der Fachmesse stand die Frage, wie sich Städte angesichts großer Transformationsprozesse neu erfinden und gleichzeitig lebenswert, wirtschaftsstark und nachhaltig entwickeln können.
Unter dem diesjährigen Motto „Neue Horizonte“ diskutierten Kommunen, Projektentwickler, Investoren und Fachleute aus Stadtplanung und Immobilienwirtschaft über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze. Im Fokus standen Themen wie beschleunigtes Bauen, kommunale Energieversorgung, Smart-City-Konzepte sowie die Reaktivierung und Umnutzung bestehender Immobilien.
Wuppertaler Projekte stoßen auf großes Interesse
Angeführt von Dr. Sandra Zeh, Wirtschaftsdezernentin der Stadt Wuppertal, und Eva Platz, Vorständin der Wirtschaftsförderung, wurde die Stadt durch Ansprechpartner*innen aus den Bereichen Investor*innenservice, Gewerbeflächen und -immobilien, Bauen, Stadtentwicklung und Grundstückswirtschaft vertreten.
Im Mittelpunkt vieler Gespräche standen konkrete Wuppertaler Projekte und Flächenpotenziale. So wie die aktuelle Ausschreibung der historischen Zoosäle. Für die denkmalgeschützte Immobilie direkt neben dem Grünen Zoo Wuppertal ist kürzlich ein zweistufiges Investorenauswahlverfahren gestartet. Die Frist zur Interessensbekundung läuft noch bis zum 25.05.2026, 12 Uhr. Alle Unterlagen zur Ausschreibung stellt die Stadt online bereit.
Das Projekt liegt mitten im Kernareal der BUGA2031 (Öffnet in einem neuen Tab). Wie groß das (überregionale) Interesse auf die Bundesgartenschau ist, zeigte sich daran, wie gut das BUGA-Team zu tun hatte. Zahlreiche Besucher*innen nutzten die Möglichkeit, per VR-Brille die geplante Hängebrücke von der Kaiser- zur Königshöhe virtuell zu begehen. Die Resonanz war durchweg positiv.
Neue Perspektiven für Technologie und Gewerbe
Neben den Zoosälen hatte die Wirtschaftsförderung zwei weitere Gewerbepotenziale dabei. Eines davon: Die Fläche des Smart Tec Campus auf Lichtscheid. Auf Wuppertals höchstem Punkt entsteht ein neuer Standort für technologieorientierte Unternehmen mit einem verfügbaren Flächenpotenzial von mehr als 37.500 Quadratmetern. Davon ist das westliche Grundstück mit 19.171m², das im Besitz der Stadt Wuppertal ist, sofort verfügbar. Diese ist perspektivisch ab 2029 durch das östlich angrenzende Grundstück um 18.360 m² erweiterbar.
Gesucht werden insbesondere Unternehmen, die die lokalen Wertschöpfungsketten in den Bereichen Gesundheit, digital Technology, Materials und Automotive ergänzen und stärken. Bei der Abgabe kommunaler Gewerbeflächen wird das Erbbaurecht priorisiert, was einen Verkauf aber nicht grundsätzlich ausschließt.
Auch das Areal am Christbusch stieß auf Interesse. Das ehemalige Axalta-Gelände bietet mit ca. 3,42 ha auf der Ostseite plus 0,7 ha auf der Westseite erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten für gewerbliche Nutzungen und – in geringem Umfang - auch Wohnen. Viele Gespräche auf der Messe drehten sich um die Frage, wie solche Flächen künftig flexibel, nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden können. Ob und welche Kontakte sich zu konkreten Projekten entwickeln, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Vernetzung als Schlüssel für die Innenstadtentwicklung
Für einen besonderen Auftakt sorgte Hendrik Bartels, der seit Anfang Mai neuer Projektmanager für Einzelhandel und Innenstadt bei der Wirtschaftsförderung Wuppertal ist. Sein Fokus liegt auf der Begleitung von Immobilienanfragen und Unternehmensansiedlungen in den Innenstädten und Stadtteilzentren sowie auf der Vernetzung lokaler Akteur*innen. Bereits an seinem dritten Arbeitstag hatte er seinen ersten Messeauftritt, tatkräftig unterstützt von Nadine Scharwächter und Alexander Buckardt, dem Team vom Investor*innenservice, Gewerbeflächen und -immobilien. Dabei zeigte sich, wie wichtig Austausch und Kooperationen für die Zukunft von Innenstädten und Quartieren sind. Themen wie Nahversorgung, gemischte Nutzungen und lebendige Zentren wurden intensiv diskutiert. Ein Trend: Die Rückkehr von Produktion und Gewerbe in urbane Räume. Die „produktive Stadt“ – also die Verbindung von Arbeiten, Wohnen, Bildung und Freizeit – war eines der zentralen Leitbilder vieler Projekte auf der Messe.
Austausch mit starken Partnern
Neben neuen Kontakten bot die Messe auch Gelegenheit zum Austausch mit Projektentwicklern und Investoren, die bereits in Wuppertal aktiv sind und die z.T. selbst als Aussteller dabei waren. Darunter der Projektentwickler CTP, dessen Stand ein großes Bild vom entstehenden CTPark Wuppertal zierte. Auf dem ehemaligen Schaeffler-Gelände entwickelt CTP einen modernen Gewerbepark auf rund 15 ha Fläche, wo neben diversen Unternehmen auch der Bergische Bildungscampus ansässig sein wird. Auch die Urbane Montag Stiftung war dabei, die sich mit dem BOB Campus und den Wiesenwerken einen Namen für soziale Quartiersentwicklung in Wuppertal gemacht hat. Und auch das Bauunternehmen Goldbeck, das kürzlich den Vertrag für den Bau einer neuen Gesamtschule mit der Stadt unterzeichnet hat, war auf der polis vertreten.



