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Innenstadt & Einzelhandel

Gesichter der Innenstadt, Folge 4

Hadi Mohammadi, Teheran Supermarkt
Werth 4, 42275 Wuppertal

(v. li.): Dominic Becker von der Wirtschaftsförderung und Immobilieneigentümer Oliver Alberts besuchen das Ehepaar Mohammadi im neu angemieteten Landenlokal.

Abwechslungsreiche Geschäfte, Gastronomie für jeden Geschmack, Kulturangebote von Kino bis Oper, Treffpunkte für Jung und Alt… Die Innenstadt steht für #Lebensqualität. Und wir zeigen die Menschen, die die City lebenswert machen.

Seit wenigen Wochen bereichert Hadi Mohammadi die Barmer Innenstadt mit einem iranischen Feinkostgeschäft, das hochwertige Spezialitäten bietet, die man sonst kaum in der Region findet: feines Gebäck, aromatische Kräuterwasser, eingelegte Gemüsevariationen und erlesene Lebensmittel, die er sorgfältig auswählt.

Die Immobilie am Werth 4 fand er mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Wuppertal – eine Vernetzung, die schnell zur Einigung mit dem Immobilieneigentümer Oliver Alberts führte.

Wirtschaftsförderung: Herr Mohammadi, Sie haben im Iran viele Jahre erfolgreich einen Teppichhandel geführt – ein Beruf, der dort sehr angesehen ist. Was hat Sie motiviert, in Deutschland wieder in den Einzelhandel zu gehen und sich mit iranischen Spezialitäten selbstständig zu machen?

Mohammadi: Handel liegt mir einfach im Blut. Ich habe im Iran viele Jahre selbstständig gearbeitet, und ich liebe den direkten Kontakt zu Menschen – das Beraten, das Verständinis für gute Produkte, das Gefühl, Kund*innen ein gutes Erlebnis zu geben. Als ich 2018 nach Deutschland geflohen bin und auf dem Weg sogar meine letzten Habseligkeiten verloren habe, musste ich komplett neu anfangen. Ich habe zuerst die Sprache gelernt und dann eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker abgeschlossen.

Aber ich wusste immer: Ich möchte wieder Händler sein. Der Teppichhandel hat hier nicht denselben Stellenwert wie im Iran. Deshalb habe ich lange überlegt, womit ich Menschen begeistern kann – und bin auf hochwertige iranische Feinkost gekommen. Das ist authentisch, das ist Qualität, und es zeigt ein Stück unserer Genusskultur. Ich wollte etwas anbieten, das es in dieser Form vor Ort noch nicht gibt.

 

Wirtschaftsförderung: Warum haben Sie sich für den Standort Barmen und speziell für die Immobilie auf dem Werth entschieden?

Mohammadi: Barmen war für mich von Anfang an ein sehr attraktiver Standort. Ich wollte eine Lage, an der viele Menschen vorbeikommen – Laufkundschaft ist für mein Konzept extrem wichtig. Der Werth bietet genau das.

Auch wenn in der Nachbarschaft einige Leerstände sind, sehe ich großes Potenzial. Ich glaube fest daran, dass mein Angebot hier gebraucht wird – sowohl von Menschen mit iranischem Hintergrund als auch von allen, die neugierig auf neue Geschmäcker sind.

Und ich hatte großes Glück: Die alte Ladeneinrichtung des Vormieters – ein Süßwarengeschäft - war noch vorhanden. Für mich als Händler, der großen Wert auf Warenpräsentation legt, war das perfekt. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung habe ich dann den Eigentümer gefunden – und wir haben uns sehr schnell geeinigt.

 

Wirtschaftsförderung: Das Ladenlokal, in dem vorher das Süßwarengeschäft Hussel war, gehört zu Ihrer Immobilie, Herr Alberts. Was hat dazu geführt, dass Sie in Hadi Mohammadi den richtigen Mieter gesehen haben?

Alberts: Wir haben zunächst telefoniert, nachdem Dominic Becker von der Wirtschaftsförderung den Kontakt hergestellt hat. Und im Gespräch habe ich direkt gemerkt, dass Herr Mohammadi außergewöhnlich engagiert und zielstrebig ist. Er hat mir unmittelbar einen sehr gut ausgearbeiteten Businessplan vorgelegt und mich ziemlich schnell von dem Konzept überzeugt. Ich hoffe sehr, dass das Angebot gut angenommen wird.

 

Wirtschaftsförderung: Herr Mohammadi, Ihr Laden ist komplett eigenkapitalfinanziert – ein mutiger Schritt. Welche nächsten Schritte planen Sie, um Ihr Geschäft weiter zu etablieren?

Mohammadi: Ja, ich habe alles selbst finanziert – das ist natürlich ein Risiko, aber ich glaube an mein Konzept und habe sehr sorgfältig kalkuliert. Jetzt ist wichtig, dass die Menschen überhaupt erfahren, dass es mich gibt.

Deshalb plane ich mehr Werbung, unter anderem über Screens in Wuppertal. Gleichzeitig möchte ich die Community mit iranischen Wurzeln stärker erreichen – vieles funktioniert hier über Weiterempfehlungen.

Ein weiterer Schritt wird ein Onlineshop sein. Ich möchte nicht nur im Laden präsent sein, sondern ein zweites Standbein aufbauen. Und wenn alles gut läuft, kann ich mir sehr gut vorstellen, irgendwann weitere Filialen zu eröffnen.

 

 

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Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal

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