Forschung & Produktion
Pharma und Healthcare haben eine lange Tradition im Wuppertal. Der Weltkonzern BAYER (Öffnet in einem neuen Tab) wurde 1863 in Wuppertal-Elberfeld gegründet. 1898 wurde dort der Wirkstoff für die berühmte Aspirin entwickelt. Das heutige Werksgelände an der Wupper umfasst rund 18 Hektar mit modernsten Produktionsanlagen für Wirkstoffe sowie Einrichtungen für chemische und biotechnologische Entwicklung. Rund 20 Wirkstoffe werden hier für den internationalen Markt produziert. Der Schwerpunkt liegt auf der Kardiologie (Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sowie der Onkologie (Krebs). Am Standort Aprather Weg hat die BAYER AG 2021 Europas größtes Forschungszentrum in der Pharmabranche errichtet. 250 Labore und Funktionsräume auf 36.000 m² stehen in Teilen auch externen Kooperationspartner*innen offen.
Neben dem Weltkonzern nennen weitere renommierte und international tätige Unternehmen Wuppertal ihre (zweite) Heimat. AiCuris (Öffnet in einem neuen Tab) wurde 2020 mit dem Deutschen Innovationspreis ausgezeichnet. Das 2006 als Spin-off der Bayer AG gegründete Unternehmen AiCuris ist auf die Erforschung und Entwicklung von Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten spezialisiert. Es hat das weltweit erste und einzige Medikament zur Vorbeugung gegen Infektionen mit einem weit verbreiteten Virus bei Knochenmark-Transplantationen auf dem Markt gebracht. Auch Medikamente gegen Viren wie das Herpes-simplex-Virus, das Hepatitis-B-Virus und Adenoviren werden von AiCuris entwickelt. Im Bereich antibakterieller Wirkstoffe werden Behandlungsmöglichkeiten gegen (multi‑)resistente Krankenhauserreger erforscht.
Mit WuXi Biologics (Öffnet in einem neuen Tab) hat ein chinesischer Weltkonzern 2020 substantiell am Standort Wuppertal investiert. WuXi Biologics unterstützt mit seinen Dienstleistungen den gesamten Prozess der Biologika-Herstellung. Über die Konzeptphase bis zur kommerziellen Herstellung in großer Menge ermöglicht WuXi seinen Auftraggebern das Forschen, Entwickeln und die Herstellung von Arzneimitteln. Ziel von Wuxi Biologics ist, den Prozess für seine Partner effizienter zu gestalten, damit lebenswichtige Medikamente schneller dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Patientinnen und Patienten.
Viele weitere Unternehmen produzieren wichtige Komponenten, die in der Medizintechnik zum Einsatz kommen. Der US-Konzern Solventum (Öffnet in einem neuen Tab) entwickelt und produziert in seinem Wuppertaler Werk und Produktion mikroporöse Filtrationslösungen. Diese werden z.B. als Kapillarfilter bei Dialyse-Behandlungen eingesetzt. Solventum stellt mit 700 Beschäftigten in Wuppertal aber auch Membranen her, die die Blutsauerstoffversorgung regeln, etwa bei Herz-Operationen. 2024 eröffnete die Firma ein hochmodernes Bio-Labor, wodurch neue Standards zur Forschung und Entwicklung für Filtration und Reinigung gesetzt werden können. In Zukunft soll die Produktion sogar um Membranen für künstliche Lungen erweitert werden.
Infrastruktur & Fachkräfte
Der Gesundheitsstandort Wuppertal bietet eine hervorragende Infrastruktur. Eine Vielzahl an Krankenhäusern, Ärztezentren und Anbietern von Orthopädietechnik sichert die medizinische Versorgung. Und nun kommt ein weiterer Leuchtturm hinzu. Über 100 Millionen Euro wurden in den Bau des neuen Helios (Öffnet in einem neuen Tab) Universitätsklinikum Wuppertal investiert. Mit 80 Intensivbetten und 16 OP-Sälen wird das neue Uni-Klinikum das Herzzentrum und weitere Fachbereiche mit Spitzenmedizin unterstützen.
Nicht nur im neuen Uni-Klinikum sondern in Krankenhäuser deutschlandweit arbeitet das Fachpersonal mit Geräten und Instrumenten, die nicht selten in Wuppertal entwickelt und hergestellt werden. Denn auch die Produktion hochspezialisierter medizinischer Geräte zum Kompetenzfeld Health. So ist zum Beispiel die Firma Dieckhoff (Öffnet in einem neuen Tab) ein großer Anbieter für Textilien im Gesundheitssektor.
Es sind aber nicht nur die großen, etablierten Unternehmen die im Bereich Health unterwegs sind. Auch die Startup-Szene hat das Kompetenzfeld für sich entdeckt. So haben die „Care Rockets (Öffnet in einem neuen Tab) eine Job-Matching-Plattform speziell für die Pflegebranche entwickelt, die die Jobsuche auf den Kopf stellt. Denn: Nicht die Pflegekräfte bewerben sich bei den Arbeitgebern, sondern umgekehrt. Die Plattform ermöglicht es Pflegediensten, Krankenhäusern oder Altenheimen sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren und gezielt auf die Wünsche und Bedürfnisse der Pflegekräfte einzugehen.
Auch Big Next Step (Öffnet in einem neuen Tab) hat will gegen den Fachkräftemangel in der Pflegebranche angehen und zu guten Arbeitsbedingungen in der Branche beitragen. Das Start-up ist eine Zeitarbeitsfirma, die sich auf die Vermittlung von Pflegepersonal spezialisiert hat. Die Pflegekräfte gehen dabei einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Big Next Step ein - hier liegt der Unterschied zu anderen Zeitarbeitsfirmen. Die Mitarbeitenden des Startups suchen die passenden Arbeitgeber für ihre Klient*innen, handeln die Rahmenbedingungen aus und stehen den Pflegekräften sogar als eine Art Karrierecoach zur Seite. Auch Weiterbildungen werden unterstützt. Fühlt sich eine Pflegekraft an einem Ort besonders wohl, unterstützt das Start-up bei der Übernahme. Einsatzgebiete liegen in der Kranken- und Altenpflege, von der Intensivbetreuung bis zur Pflegeassistenz.
Krankenkasse & Versicherungsruppe
Wenn in Wuppertal über Health gesprochen wird, dürfen zwei Namen natürlich nicht unerwähnt bleiben. Die zwei großen B´s: BARMER und Barmenia – zwei große Versicherungsunternehmen, die als Arbeitgeber einen zentralen Platz in der lokalen Wirtschaft einnehmen.
Die BARMER (Öffnet in einem neuen Tab) ist eine der größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Sie sichert mit ihren Leistungen die Gesundheit von neun Millionen Versicherten ab. Allein in Wuppertal ist knapp jede/r Vierte hier versichert. Mit einem Jahreshaushalt von über 45 Milliarden Euro gewährleistet die BARMER die Versorgung ihrer Versicherten – von Arztbesuchen über Krankenhausaufenthalte bis hin zur Arzneimittelversorgung. Gleichzeitig gibt sie wichtige Impulse für ein gesünderes Leben, stärkt die individuelle Gesundheitskompetenz und bietet innovative Versorgungsangebote. Besonders spannend ist dabei der Fokus auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen: Mit der BARMER-App und weiteren digitalen Services setzt die BARMER Maßstäbe. Neben ihrem Hauptsitz in Berlin betreibt die BARMER eine große Verwaltung an ihrem 83.000 Quadratmeter großem Standort auf Wuppertal-Lichtscheid. Neben dem Verwaltungssitz und Geschäftsstellen für Kund*innen ist auch das Druck- und Verteilzentrum der BARMER in Wuppertal angesiedelt.
Wuppertal ist auch Hauptsitz der unabhängigen Versicherungsgruppe Barmenia (Öffnet in einem neuen Tab), die seit einer Fusion 2024 zur BarmeniaGothaer-Gruppe gehört. Durch den Zusammenschluss zählt BarmeniaGothaer zur Top10 der größten Versicherer in Deutschland – dank ca. acht Millionen Kund*innen, 7.500 Mitarbeitenden (davon rund 2.000 in Wuppertal) sowie Beitragseinnahmen von etwa acht Milliarden Euro. Angeboten werden alle Versicherungssparten für Privat- und Firmenkunden, wobei die Barmenia sich weiter auf ihr Kerngeschäft, nämlich die privat Versicherten, fokussiert.
Starker Standort
- Health und Pharma mit 200 Jahren Geschichte am Standort
- Weltmarktführer und Hidden Champions
- Ausgeprägtes Netzwerk mit nationaler und internationaler Reichweite
- Expertise der Fachgruppe Chemie und Biologie (Öffnet in einem neuen Tab) der Bergischen Universität Wuppertal (BUW)
- Starkes Know-How: Überdurchschnittlich hohe FuE-Ausgaben und Patentanmeldungen
- Zugang zu Fördermitteln des Landes NRW (Investitionszuwendungen bis zu 8,25 Mio. Euro)
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Unsere Vorständin Eva Platz berichtet von ihren Unternehmensbesuchen.