Dass erfolgreiche Startup-Geschichten in Wuppertal entstehen können, zeigte das gastgebende Unternehmen des Startup-Frühstücks. Die Talention GmbH (Öffnet in einem neuen Tab), die 2011 als Startup im Wuppertaler Technologiezentrum W-tec gegründet wurde, zählt heute zu den führenden deutschen Anbietern von Software für Personalmarketing und Recruiting.
„Wir sind heute bei einem Unternehmen, das gezeigt hat, wie es geht: vom Startup zum etablierten Unternehmen und führenden Anbieter. Mit der zunehmenden Internationalisierung steht nun der nächste wichtige Entwicklungsschritt an. Wir wollen die Startup-Szene in Wuppertal stärken, um genau solche wunderbaren Wachstumsgeschichten zu fördern“, sagte Eva Platz, Vorständin der Wirtschaftsförderung Wuppertal.
Zum Startup-Frühstück kamen Gründerinnen und Gründer von 16 jungen Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen. Viele entwickeln digitale Lösungen, Software oder KI-Anwendungen, etwa für Gesundheit, Recruiting, Tourismus, Energieversorgung oder den Rechtsbereich. Auch Geschäftsmodelle rund um nachhaltige Ernährung oder mentale Gesundheit waren vertreten.
In dem offenen Austausch mit Oberbürgermeisterin Miriam Scherff wurde deutlich: Die Startups bewerten die Bedingungen für Gründungen in Wuppertal insgesamt positiv. Besonders das enge Netzwerk aus Wirtschaftsförderung, Bergische IHK, Start-up Center der Bergischen Universität, W-tec, Stadtsparkasse, Circular Valley und weiteren Partnern wurde mehrfach als großer Standortvorteil hervorgehoben.
Verbesserungspotenzial gibt es allerdings bei der überregionalen Wahrnehmung des Standorts. „Wir haben hier ein gutes Ökosystem für Startups, aber wir sind nicht so laut“, brachte es Miriam Scherff auf den Punkt. Die Sichtbarkeit der innovativen Gründungsszene soll deshalb künftig weiter gestärkt werden.
Vernetzung als Schlüssel für weiteres Wachstum
Ein zentrales Thema der Diskussion war die Vernetzung mit etablierten Unternehmen in der Region. Viele Startups wünschen sich leichteren Zugang zum Mittelstand, um Kooperationen anzubahnen und ihre Lösungen schneller in die Praxis zu bringen.
Die Wirtschaftsförderung bietet genau dafür verschiedenen Formate an. Bereits am 13. August bringen wir gemeinsam mit der Stadtsparkasse Wuppertal bei der Startup Night rund 20 B2B-Startups mit etwa 70 Unternehmer*innen zusammen. Darüber hinaus lud Eva Platz die Gründer*innen zu den regelmäßigen Netzwerkveranstaltungen der Wirtschaftsförderung ein. Die Eventreihe Minds ON deckt die Kompetenzfelder Digital Technology, Gesundheit, Materials und Automotive ab. Eine besondere Minds ON findet am 15. Oktober im Rahmen der KI Biennale statt. Die erfolgreiche KI-Influencerin Laura Lewandowski widmet sich in ihrem Impulsvortrag dem Thema KI-Umgang für Führungskräfte.
„Die Vernetzung muss face to face stattfinden. Digitale Plattformen wurden schon vielfach getestet, aber haben in Deutschland einfach nicht gefruchtet. Deshalb arbeiten wir an neuen Formaten wie einem Mentor*innennetzwerk“, erklärte Sven Wagner aus der Start- & Scale-up Unit der Wirtschaftsförderung.
Netzwerkpartner*innen als Türöffner
Neben der Vernetzung mit Unternehmen spielte auch der Zugang zur Verwaltung eine wichtige Rolle. Viele Gründer*innen wünschen sich kurze Wege und feste Ansprechpartner*innen.
Miriam Scherff und Eva Platz betonten deshalb die Rolle der Wirtschaftsförderung als zentrale Anlaufstelle. Die Start- & Scale-up Unit unterstützt dabei, Kontakte in Verwaltung und Netzwerke herzustellen und Anliegen schnell an die richtigen Stellen weiterzugeben.
Dass dieser Ansatz funktioniert, bestätigten auch die Startups selbst. Marcel Nolte von Paintit Asset berichtete, wie sehr der feste Kontakt zur Wirtschaftsförderung den Unternehmensalltag erleichtert habe.
Zum Abschluss machte Christian Ternai, Co-Founder und Geschäftsführer von Talention, den Gründer*innen Mut. Gemeinsam mit seinem Mitgründer Steffen Braun begann die Unternehmensgeschichte einst im W-tec. Heute beschäftigt Talention etwa 50 Mitarbeitende am vor kurzem bezogenen Bürostandort an der Ohligsmühle mit Blick über die Stadt und die Schwebebahn. Die Geschäftsführer von Talention haben sich bewusst dafür entschieden, am Standort Wuppertal zu wachsen. "Die Barriere hier loszulegen war sehr, sehr niedrigschwellig. Wir haben hier schnell Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen und guten Zugang zu Business-Netzwerken, Unternehmen und damit auch zu Investoren. So konnten wir relativ schnell und stark wachsen", so Ternai über die Zeit nach der Gründung. "Auf der einen Seite sind wir dafür sehr dankbar und wollen dem Startup-Ökosystem etwas zurückgeben, weshalb wir hier geblieben sind. Auf der anderen Seite sehen wir aber auch unsere Standortvorteile in Wuppertal. Hier gibt es Talente, die Bergische Universität und die Nähe zur HR-Tech Branche in der Region."



