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Kompetenzfelder

Materials

Neuartige Werkstoffe und innovative Verarbeitungsprozesse – Wuppertals Industrieunternehmen sind innovativ, nachhaltig und ressourceneffizient, wenn es um den Einsatz von Materialien geht.

Metall, Kunststoffe oder Textilien… wenn es um den Einsatz von Materialien und Werkstoffen in der Produktion und Weiterverarbeitung geht, findet man in Wuppertal wahre Spezialisten. Und das ist wichtig, denn schließlich machen Ressourcenknappheit und Rohstoffpreise die Erfindung innovativer Materialien und effektive Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse notwendig. 

Eines der traditionsreichsten Industrieunternehmen in Wuppertal: Die Firma Sachsenröder hat sich auf den Werkstoff Endlos-Vulkanfiber spezialisiert. Foto: Sachsenröder

Eine Plastik-Alternative hat die Firma Sachsenröder (Öffnet in einem neuen Tab) erfunden – und das schon 1900! Das Traditionsunternehmen stellt Endlos-Vulkanfiber her. Dieser Werkstoff basiert auf natürlichen Cellulosefasern, ist biologisch abbaubar und weist vergleichbare Eigenschaften wie Plastik auf: gut formbar, trotzdem fest und äußerst belastbar. Genutzt wird das Endlos-Vulkanfiber zum Beispiel als Trägermaterial für Schleifmittel, als Verbundmaterial für Fahrzeugarmaturen, als Einlage in medizinischen Geräten oder als Oberflächenbeschichtung bei Möbeln. In der Lebensmittelindustrie ist der Stoff als plastikfreie Coffee-to-go-Becher oder Einweggeschirr einsetzbar. Die genaue Zusammensetzung sowie der Veredelungsprozess sind noch immer ein gut behütetes und patentiertes Geheimnis.


Innovative Verfahrensprozesse & Maschinenbau

Auch bei neuen Verfahrensprozessen beweisen Wuppertaler Unternehmen Kreativität und Weitsicht. Metallbänder mit Gummi zu beschichten, war lange kein besonders umweltfreundliches Verfahren. Denn dafür wurde ziemlich viel Lösungsmittel benötigt. Dann kam HUEHOCO (Öffnet in einem neuen Tab) und hat es anders gemacht: mit 96% weniger Lösemitteln sowie einer großen Menge eingesparter Kunststofffolie, Strom und Gas. Das schon 1893 gegründete Familienunternehmen hat sich zum technologisch führenden Metallbandbeschichter entwickelt. Vier hochmoderne Beschichtungsanlagen sind im Wuppertaler Werk im Einsatz. Produziert wird im Coil-Coating-Verfahren. Lange war es nicht möglich, wasserbasierte Lacke problemlos bei diesem Verfahren anzuwenden. Aber auch hierfür hat HUEHOCO durch eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten eine Lösung entwickelt.

Das entscheidende Finish bekommen Oberflächen mit den Präzisionswerkzeugmaschinen von Thielenhaus Technologies (Öffnet in einem neuen Tab). Das Unternehmen setzt auf die technische Weiterentwicklung seiner Maschinen für immer glattere Flächen und geschliffenere Formen. Angefangen hat alles mit der Erfindung des Microfinish-Verfahrens. Seitdem hat die Firma über 450 Patente angemeldet. Damit hat sich das Wuppertaler Traditionsunternehmen die Innovations- und Weltmarktführerschaft erarbeitet. Zum Einsatz kommen die Maschinen von Thielenhaus vor allem bei industriellen Anwendungen. Etwa in Automotive, der Medizintechnik, der Wälzlagerindustrie, Pneumatik & Hydraulik oder der Luft- und Raumfahrt (Fun Fact: Bei der legendären ersten bemannten Mondlandung war das Space Shuttle Apollo 11 mit Miniaturlagern bestückt, die die von Thielenhaus bearbeitet wurden!).


Wahre Exportschlager sind die Prüf- und Messgeräte für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung von KARL DEUTSCH. Foto: Gunnar Baeldle Photography

Um zu prüfen, ob sich unter der Oberfläche von vermeintlich einwandfreien Bauteilen nicht doch eine Schwachstelle befindet, können die Prüf- und Messgeräte des nächsten Wuppertaler Unternehmens angewendet werden. KARL DEUTSCH (Öffnet in einem neuen Tab) ist auf die zerstörungsfreie Werkstoffprüfung spezialisiert. In den zwei Wuppertaler Werken entwickeln und produzieren rund 130 Beschäftigte mobile Geräte, große Anlagen, feinste Sensoren und chemische Prüfmittel, mit denen feinste Risse oder mikroskopische Löcher in Bauteilen aufgespürt werden. Damit werden sicherheitsrelevante Teile geprüft wie Lenkungs- und Achsteile im Automobilbau. Oder Schweißnähte an Industriekesseln. Die Exportquote ihrer Produkte liegt bei über 50 Prozent. Weltweit verlassen sich Kunden auf die Wuppertaler Firma.


Besuch am Messestand: Die Berger Gruppe auf der Leitmesse wire & tube 2024.

Hochspezialisierter Maschinenbau und innovative Robotik-Lösungen lautet die Erfolgskombination der Berger Gruppe (Öffnet in einem neuen Tab). Das Familienunternehmen mit über 80 Jahren Erfahrung ist auf Polier- und Schleifmaschinen sowie -systeme spezialisiert. Von CNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschinen bis hin zu komplexen Roboterzellen liefert die Berger Gruppe maßgeschneiderte Robotik-Lösungen für die Metallbearbeitung und treibt damit die Automatisierung der Industrie voran.

Der Stadtteil Cronenberg steht für die Werkzeugproduktion. Ein sehr bekannter Hersteller: KNIPEX.

Geballte Kraft der Werkzeugindustrie

Wenn man auf die metallverarbeitende Industrie in Wuppertal blickt, landet man ohne Umwege sofort bei den großen Werkzeugproduzenten. Die Zangen des Weltmarktführers KNIPEX (Öffnet in einem neuen Tab) haben unter Anwender*innen sogar regelrechte Fans. Etwa 50.000 Zangen produziert KNIPEX – am Tag! Sämtliche Schritte von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Versand ausschließlich in Deutschland. Dabei setzt Knipex voll auf „made in Germany“. Genauer: in Wuppertal-Cronenberg. Der Stadtteil ist die Wiege der Wuppertaler Werkzeugindustrie. 


Noch ein Weltmarktführer: SATHLWILLE setzt bei seinen Handwerkzeugen im Drehmomnetbereich auf stetige Weiterentwicklung, zum Beispiel durch die Verknüpfung mit Software. Foto: STAHLWILLE

Genauso wie Stahlwille (Öffnet in einem neuen Tab), Weltmarktführer für Handwerkzeuge im Drehmomentbereich. Geschmiedet wird im Schwester-Werk in Thüringen. Danach kommen die Rohlinge für die weitere Bearbeitung nach Wuppertal. Mit seinen vernetzten Werkzeugen, hat Stahlwille 2023 einen echten Innovationscoup gelandet. Der traditionelle Werkzeugbau wurde hier mit den Möglichkeiten der Digitalisierung verknüpft. So wurden Drehmomentschlüssel entwickelt, die dem/der Benutzer*in sagen, wann die Einstellung perfekt ist und sogar Vorgang dokumentieren.

Ein besonderes Image verleiht WERA (Öffnet in einem neuen Tab) seinen Werkzeugen. Der der renommierte Hersteller von Schraubwerkzeugen vermarktet sich und sein Team als „Tool Rebels“ – Werkzeuge für den Profieinsatz, die rocken. Und natürlich gehören auch Hämmer zum Sortiment der Wuppertaler Werkzeugindustrie. Darum kümmert sich die Firma Picard (Öffnet in einem neuen Tab), die ebenfalls ihren Hauptsitz samt Produktion in Wuppertal hat. 


E/D/E ist Einkaufs- und Marketingverbund für rund 1.200 mittelständische Handelsunternehmen aus der Metallbranche.

Dass Unternehmen stets Material zur Verarbeitung haben und dies auch noch zu guten Einkaufspreisen, dafür sorgt E/D/E (Öffnet in einem neuen Tab). Das Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler ist ein Einkaufs- und Marketingverbund für rund 1.200 mittelständische Handelsunternehmen der Branche. Unternehmen können über E/D/E sämtliche Herstellermarken und Produkte aus den Bereichen Baubeschläge, Befestigungstechnik, Haustechnik, Handwerkzeuge, Maschinenwerkzeuge, Messtechnik, Stahl oder Bauelemente beziehen. Ein Sortiment von über 2,5 Millionen Produkten von rund 3.200 Vertragslieferanten schafft Versorgungssicherheit, was wiederum bei den Mitgliedsunternehmen Verlässlichkeit bei Produktionsprozessen und der Erfüllung von Kundenaufträgen bietet.


Technische Textilien - aus Tradition

Wuppertals industrielle Entwicklung wurde im 18. Und 19. Jahrhundert maßgeblich durch die Textilindustrie geprägt. Das ist bis heute in der Stadt spürbar. Doch statt der Herstellung von Stoffen und Bändern für Bekleidung sind es nun vor allem Technische Textilien, die den traditionsreichen Wirtschaftszweig prägen. Hochsensible Membranen, Sicherheitsgurte und schusssichere Westen werden in wahren Hightech-Fabriken entwickelt und gefertigt.

Gebrüder Jaeger, Hersteller von Technischen Textilien, setzt im hauseigenen Forschungs- und Technologiecenter auf Weiterentwicklung.

Die Firma Gebrüder Jaeger (Öffnet in einem neuen Tab) produziert heute textil- und kunststoffbasierte Komponenten für die Automobil-, Baustoff- und Schuh- & Lederwarenindustrie. Dazu gehören Abdichtbahnen und -bänder, die beim Fliesenverlegen in Badezimmern verwendet werden und verhindern, dass Feuchtigkeit in den Boden oder die Wände kriecht. Auch Nahtverstärkungen für Autopolster werden hier produziert. Ebenso wie nicht-brennbare Schnürsenkel für die Schuhe der Feuerwehr. Dabei ist die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten einer der Erfolgsfaktoren von Gebrüder Jaeger. 2018 wurde das VISITEC eingeweiht, ein hochmodernes Technologie- und Entwicklungszentrum. Hier werden unter anderem neue Werkstoffe getestet, Produktqualitäten überprüft und technologische Verfahren verfeinert.

Ein weiteres Traditionsunternehmen aus dem Bereich Technische Schmaltextilien ist Vombaur (Öffnet in einem neuen Tab). Die schon 1805 gegründete Firma stellt unter anderem nahtlose Webschläuche aus unterschiedlichen Materialien her, die in der Medizin ebenso zum Einsatz kommen wie in der Luftfahrt. 

Teijin (Öffnet in einem neuen Tab) ist einer der weltweit führenden Hersteller von Kohlenstofffasern mit Niederlassungen auf der ganzen Welt. In Wuppertal ist mit Teijin Carbon Europe ein hochmodernes Anwendungs- & Entwicklungszentrum angesiedelt. Hier entstehen Innovationen u.a. für schusssichere, hitzebeständige und schnittsichere Schutzkleidung. 

Starker Standort

  • Metallverarbeitung und Textilindustrie mit langer Geschichte am Standort
  • Zahlreiche Weltmarktführer und Hidden Champions
  • Zulieferer für zahlreiche Branchen und vielfältige Anwendungsfelder
  • Ausgeprägte interdisziplinäre Forschungslandschaft (Hochschulen, Forschungszentren, Spitzencluster) mit hoher internationaler Vernetzung
  • Starke Integration von Forschungs- Technologie- und Produktionskompetenzen
  • Expertise der Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik (Öffnet in einem neuen Tab) der Bergischen Universität Wuppertal (BUW)
  • Zugang zu Fördermitteln des Landes NRW (Investitionszuwendungen bis zu 8,25 Mio. Euro)
  • Ausgeprägtes Netzwerk mit nationaler und internationaler Reichweite im Maschinenbaunetzwerk Bergisches Land (Öffnet in einem neuen Tab)

Zu Gast bei...

Unsere Vorständin Eva Platz berichtet von ihren Unternehmensbesuchen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Sachsenröder
  • Gunnar Baeldle Photography
  • Wirtschaftsförderung Wuppertal
  • Wirtschaftsförderung Wuppertal
  • STAHLWILLE
  • Medienzentrum Wuppertal
  • Wirtschaftsförderung Wuppertal

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